Von der Kopfentscheidung zur Herzensangelegenheit

Stefan Stockinger © die Zukunftsalchemisten

»Alle sprechen über Wandel – doch kaum jemand weiß, wie Veränderung wirklich funktioniert!« Aus diesem Grund hat sich Stefan Stockinger gemeinsam mit seiner Partnerin Julia Buchebner auf den Weg gemacht, nachhaltige Veränderung besser zu verstehen: Was brauchen Menschen und Organisationen, um sich nachhaltig zu verändern? Welchen Gesetzen folgt die Veränderung und warum ist das Mindset jedes Einzelnen wichtig, um wirklich voranzukommen? Diesen und anderen Fragen widmet sich Stefan als Gesellschafter der Privatakademie für Zukunftsalchemie OG.

Bei der Gründung 2021 gab es nur das gemeinsam publizierte Buch „Innen Wachsen. Außen Wirken – eine nachhaltige Zukunft beginnt in uns selbst.“ Mittlerweile hat die Akademie zahlreiche Vorträge und Kurse im Programm, um Zukunftsgestalter:innen in jenen Kompetenzen zu schulen, welche die innere wie auch äußere Transformation benötigt.

Im Interview gibt uns Stefan Einblick in seine Entwicklung zum Unternehmer:

Was hat dich inspiriert, dich selbstständig zu machen?

Stefan Stockinger: Meine erste Firma gründete ich 2015 aus dem Wunsch heraus, soziale und ökologische Themen einer breiten Masse zugänglich zu machen. Ich empfand den Diskurs zur Nachhaltigkeit oft sehr komplex. Das wollte ich ändern!

Eine meiner Gaben ist das Erzählen von Geschichten. So bin ich viele Jahre als Storyteller herumgereist und hab Nachhaltigkeits-Vorträge in Gemeinden, Schulen und Unternehmen gegeben. Irgendwann bemerkte ich, dass der reine Wissenstransfer schnell an seine Grenzen stößt. Von da an beschäftige ich mich intensiv damit, was Veränderung wirklich braucht und auf welchen Ebenen sie stattfindet. So ist dann später die Akademie für Zukunftsalchemie entstanden.

Was ist »grün« an deinem Unternehmen?

Wir achten natürlich auf ressourcenschonende Büromaterialien, beziehen Ökostrom, fahren meist Zug, U-Bahn oder Fahrrad und haben in unseren Seminaren, wenn selbst organisiert, biologische, vegetarische und regionale Küche. Aber das Grünste an uns ist wohl der Versuch, andere Organisation beim „Grün-werden“ zu unterstützen. Wobei wir, wie gesagt, eher am Menschen selbst arbeiten. Also daran, dass Menschen sich selbst wieder als naturverbundene Wesen begreifen und Nachhaltigkeit von der strategischen Kopfentscheidung zur Herzensangelegenheit wird!

Wofür brennst du als Unternehmer?

Ich brenne für Wandel. Das Wort „Change“ hat schon immer großes Interesse in mir ausgelöst. Zudem war ziemlich viel Wandel bei mir selbst notwendig, um heute als nachhaltiger Unternehmer meine Brötchen zu verdienen. Ich hatte früher meine Vorbehalte gegenüber der Wirtschaft. Ich habe sie mir als unerschütterlich rationales Weltbild vorgestellt, als einen dominanten Verstand bei gleichzeitig wenig Herz für anders Denkende. Ich habe mir vorgestellt, dass es in der Wirtschaft viele Ideen gibt, aber wenig Disziplin, um diese umzusetzen.

Erst die tiefe Auseinandersetzung mit mir selbst und meinen Themen hat mich herausgeholt aus meiner steifen, linken Haltung. Ich habe es hingeschafft zu einer offenen, liberalen Einstellung. Die war nötig, um selbstständig sein zu können und abseits meiner Bubble zu wirken. Ich habe einen großen Veränderungsprozess hinter mir, bin dafür sehr dankbar und brenne jetzt darauf, meine Erfahrungen an andere weiterzugeben.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Vanessa Zwieb

Links:

Website: zukunftsalchemie.at
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Instagram: @die.zukunftsalchemisten
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Fotocredit Titelbild: Die Zukunftsalchemisten