Klar: Eine flexible Arbeitszeitgesetzgebung braucht ergänzende Regelungen zur bestehenden. Dennoch zeigen Studien, dass die Leistungskurve der Mitarbeiterinnen bei langer Tagesarbeitszeit sinkt. Unsere Bundessprecherin Sabine Jungwirth: »Ein allzu langer Arbeitstag wird somit für das Unternehmen unwirtschaftlich.«

Gesundheitliche Probleme

Auch gesundheitliche Probleme sind bei einer Ausweitung, wie sie der Wirtschaftsbund nun fordert, zu erwarten. Die damit verbundenen Kosten im Gesundheitssystem müssen mitgedacht werden. Das Unfallrisiko und die Anzahl der Krankenstände steigt ebenfalls, wie Studien aus der Vergangenheit zeigen. Eine generelle Ausweitung der Tageshöchstarbeitszeit auf 12 Stunden sowie der Wochenhöchstarbeitszeit auf 60 Stunden kann daher nicht befürwortet werden.

Klare Regeln

»Für Unternehmen, die einen sorgsamen Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen pflegen, kann es kein Ziel sein, krankmachende und unproduktive Arbeit zu fordern. Eine punktuelle Erhöhung der Tageshöchstarbeitszeit in klar abgegrenzten, überschaubaren Zeiträumen ist jedoch denkbar. Insbesondere bei den Reisezeiten braucht es tatsächlich eine Neuregelung, um in einer Zeit gestiegener Mobilität den Anforderungen entsprechen zu können«, ergänzt Jungwirth.

Klar ist auch, dass die körperliche und psychische Belastung nicht in allen Branchen gleich hoch ist. Die Ausweitungen der Tageshöchstarbeitszeit sollte daher unbedingt über die Kollektivverträge verhandelt werden.