„Die Wirtschaftskammer verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern die Pflichtbeiträge ihrer Mitglieder. Daraus entsteht eine besondere Verantwortung sorgsam, transparent und effizient mit diesen Geldern umzugehen. Gerade Ein-Personen-Unternehmen und kleine Betriebe, die den Großteil der Mitglieder ausmachen, erwarten zu Recht, dass ihre Beiträge in eine starke Interessenvertretung fließen und nicht in überholte Strukturen oder teure Doppelgleisigkeiten. Die Empfehlungen des Rechnungshofs müssen jetzt konsequent umgesetzt werden. Das ist eine Frage des Respekts gegenüber den Unternehmer:innen, die die Wirtschaftskammer finanzieren“, sagt Krista Sommer, Regionalsprecherin der Grünen Wirtschaft Tirol in Reaktion auf den Bericht des Rechnungshofs.

Dieser bestätigt die seit Jahren von der Grünen Wirtschaft kritisierten tiefgreifenden strukturellen Mängel der Wirtschaftskammern in Österreich und legt schonungslos offen: Zehnfache Parallelstrukturen, mangelnde finanzielle Transparenz und ein jahrelanger Reformstau belasten die Betriebe.  „Während EPU und KMU jeden Cent zweimal umdrehen müssen, leistet sich die Kammer-Bürokratie teure Doppelgleisigkeiten und Intransparenz bei Spitzen-Gagen.“, kritisiert Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grüne Wirtschaft und fordert: „Die WKO braucht eine radikale Strukturreform sowie eine echte, nachhaltige Senkung der Pflichtbeiträge für alle Unternehmen.“

Neben den hohen Funktionsentschädigungen fallen im Rechnungshofbericht für Tirol auch der überdurchschnittliche Personalstand ins Auge. „Statt immer mehr Kosten zu produzieren, sollte die Kammerumlage reduziert und verstärkt für Ein-Personen- und Kleinunternehmen verwendet werden“, fordert Sommer.

Insgesamt führt aus Sicht der Grüne Wirtschaft kein Weg an einer Zusammenführung der 10-fach-Struktur der Fachorganisationen zu einer einzundesweiten Branchenvertretung vorbei. Die durch diese Maßnahme möglichen Einsparungspotentiale werden mit -175 Millionen Euro bewertet. Die damit verbundene Entlastung kommt der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder, nämlich EPU und KMU, zu Gute.

„Die ÖVP-geführte Kammerspitze muss endlich begreifen, dass jetzt Schluss ist mit dem Schützen der eigenen Machtstrukturen, Privilegien-Kultur und verschwenderischen Strukturen auf Kosten der Pflichtmitglieder“, so Sabine Jungwirth. Und weiter: „Im Reformprozess bedeutet das: Zurück an den Start und echte Reformen angehen. Da liegt noch viel Arbeit vor uns!“