Kapfenberg punktet mit Tradition und Innovation
Nach Kapfenberg – in die drittgrößte Stadt der Steiermark – ging es für die Grüne Wirtschaft am 22. Juni, um dort zwei besondere Betriebe zu besuchen. Die erste Station war die manufaktur matauschek, die auf Aluminium-Fenster und -Wintergärten spezialisiert ist und in vierter Generation geführt wird. Die Fenstersysteme werden nicht nur vollständig in Österreich gefertigt, sondern sind alle Auftragsarbeiten – das heißt, es wird nur nach Bedarf produziert. Die Mitarbeiter:innen sind das essentielle Rückgrat der Firma, da die Produkte in Handarbeit hergestellt werden. Auch sonst wird auf Nachhaltigkeit geachtet: Etwa 80 % der Fensterprofile bestehen aus recyceltem Aluminium, der gesamte Strom für die Fertigung kommt von der hauseigenen 2.900 m2 großen PV-Anlage und man arbeitet hauptsächlich mit regionalen Partnerbetrieben zusammen.

Die zweite Station war das ECE – Einkaufs Centrum Europaplatz, in dem auch der Verein „Gute Geschichte“ tätig ist. Das Einkaufszentrum wurde vor 24 Jahren von Heribert Krammer gegründet und befindet sich in einem stetigen Wandel. Seit September 2024 ist das ECE mehr als nur ein Ort zum Einkaufen: Unter dem Motto „Vom Einkaufszentrum zum Gemeinwohlzentrum“ bringt sich Sohn Christoph Krammer ein. Angeboten werden täglich mehrere Veranstaltungen, also pro Monat etwa 120 – von Karaoke, Sprachkurs und Yoga über Flohmärkte bis hin zu Tanzabenden und Konzerten. Somit ist das ECE im Stadtzentrum auch ein Begegnungs- und Veranstaltungsort geworden. Diese inhaltliche Erweiterung kommt auch den Geschäften vor Ort zugute und zeigt sich an den Umsätzen.
„Im Rahmen von „Grüne Wirtschaft on Tour“ zeigt sich, dass viele Unternehmen seit Corona umdenken mussten und vor neuen wirtschaftlichen sowie unternehmerischen Herausforderungen stehen. Es wird weniger investiert bzw. gekauft – die Auftragslage ist schwieriger, und Geschäfte sperren zu oder siedeln ab. Die Besuche haben uns gezeigt, wie man diesen Problemen kreativ begegnen kann: Zum Beispiel durch die Einbindung der Mitarbeitenden oder die alternative Nutzung von Leerständen im Einkaufszentrum für gemeinwohlorientierte Veranstaltungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider“, so Andrea Kern, Landessprecherin der Grünen Wirtschaft Steiermark.

Die von der Grünen Wirtschaft besuchten Unternehmen
mama – manufaktur matauschek
Seit mittlerweile über 110 Jahren produziert die manufaktur matauschek Wintergärten und Aluminiumfenster in Kapfenberg. Das kann sich sehen lassen: Über 60 Mitarbeiter:innen kümmern sich um die Umsetzung von inzwischen mehr als 5.000 Projekten. 1913 eröffnete Franz Matauschek I. eine Huf- und Wagenschmiede. Franz Matauschek III. baute dann ab den 1960ern die ersten Fenster und Portale. Im Jahr 2008 übernahm dann Franz IV., der auch heute noch die manufaktur matauschek leitet. Spezialisiert auf Wintergärten, Fenster, Fassaden und Dachgeschossausbauten stehen bei all ihrem Tun auch immer Nachhaltigkeit, Innovation und Regionalität im Zentrum. Etwa wurde mit dem „Johann-Alufenster“ ein besonderes Produkt entwickelt: Ein Fenster mit Loden aus 100 % Bio-Merinowolle, das antibakteriell sowie wasser- und schmutzabweisend ist.
ECE und der Verein „Gute Geschichte“
Das ECE – Einkaufs Centrum Europaplatz wurde von Heribert Krammer gegründet und vereint etwa 50 Shops sowie 40 Wohnungen unter einem Dach. Seit September 2024 ist das ECE mehr als nur ein Ort zum Einkaufen: Unter dem Motto „Vom Einkaufszentrum zum Gemeinwohlzentrum“ bringt sich sein Sohn Christoph Krammer nun ein. In einem 300 m² großen Raum finden täglich mehrere Veranstaltungen von über 100 Anbieter:innen aus den Bereichen „Bildung und Entwicklung“, „Gesundheit“ und „Kunst und Kultur“ statt. Die Veranstaltungen laufen inzwischen so gut, dass Angebote teilweise auch abgelehnt werden müssen. Besonders wichtig sind dem Verein „Gute Geschichte“ auch Kooperationen mit Schulen, Sportvereinen oder dem Filmclub. So wird das Einkaufszentrum ein Treffpunkt im Stadtzentrum, und man leistet quasi Stadt- und Regionalentwicklung.