Augenweide trifft Gaumenfreude

Foto: Nathalie Leitner / gARTen goodies

Sabine Kahrer ist Landschaftsarchitektin, Umweltpädagogin und Betreiberin einer Microfarm – und Gründerin von gARTen goodies (2023). Sie gestaltet essbare Gärten, die Ästhetik, Funktion und nachhaltige Selbstversorgung miteinander verbinden.

Ihr Weg dorthin war bewusst vielfältig: von ersten beruflichen Erfahrungen in Organisation, Gestaltung und Buchhaltung bis hin zu ihren Studien an der Universität für Bodenkultur Wien und der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik.

Heute bündeln sich all diese Erfahrungen und Skills in ihrer Arbeit: Sie plant durchdachte Food Gardens und begleitet Menschen dabei, ihre Gärten, Balkone oder Terrassen in produktive, ästhetische und alltagstaugliche Lebensräume zu verwandeln.

»gARTen goodies steht für individuelle Lösungen, fundiertes Wissen und die Überzeugung, dass Selbstversorgung weder kompliziert noch extrem sein muss – sondern sinnvoll, klar gestaltet und langfristig tragfähig.«

Was hat dich inspiriert, dich selbstständig zu machen?

Sabine Kahrer: Mich hat vor allem der Wunsch inspiriert, meine unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen nicht getrennt zu leben, sondern in einem klaren Konzept zu verbinden.

Ich habe früh gemerkt, dass ich sowohl gerne gestalterisch arbeite als auch Wissen vermittle. Gleichzeitig habe ich einen starken Bezug zur Landwirtschaft. In der klassischen Arbeitswelt wären das oft getrennte Bereiche gewesen.

Mit gARTen goodies habe ich mir genau den Raum geschaffen, in dem all das zusammenkommt.

Ein entscheidender Moment war die Erkenntnis, dass ich nicht in bestehende Strukturen passen muss – sondern selbst eine schaffen kann, die meinen Werten entspricht. Diese Klarheit war der Ausgangspunkt für meine Selbstständigkeit.

gARTen goodies

Was ist »grün« an deinem Unternehmen?

Sabine Kahrer: »Grün« bedeutet für mich mehr als nur ökologische Schlagworte. Es geht um eine ganzheitliche, verantwortungsvolle Herangehensweise an Gestaltung, Nutzung und Ressourcen. Ich arbeite naturnah, ohne synthetische Chemikalien, und entwickle Konzepte, die langfristig funktionieren – angepasst an Standort, Alltag und Bedürfnisse der Menschen.

Meine Gärten sind nicht nur produktiv, sondern auch ästhetisch gestaltet. Essbare Pflanzen werden bewusst als Gestaltungselement eingesetzt und nicht als Nebenprodukt.

Zusätzlich vermittle ich Wissen, damit Menschen selbstständig und sicher handeln können. Genau diese Kombination aus Gestaltung, Praxis und Bildung macht gARTen goodies aus.

Foto: Nathalie Leitner / gARTen goodies

Wofür brennst du als Unternehmerin?

Sabine Kahrer: Ich brenne dafür zu zeigen, dass Gärten mehr sein können als reine Zierflächen.

Ein essbarer Garten ist für mich ein Lebensraum, der Schönheit, Nutzen und Selbstwirksamkeit verbindet. Wenn Menschen beginnen, ihre Umgebung bewusst zu gestalten und zu nutzen, entsteht etwas sehr Kraftvolles.

Besonders berührend ist für mich der Moment, wenn aus Unsicherheit Klarheit wird – und Menschen erkennen, dass Selbstversorgung in ihrem Alltag möglich ist.

Diese Verbindung aus Gestaltung, Natur und persönlicher Entwicklung ist das, was meine Arbeit antreibt.

Vielen Dank für das Interview!

 

Das Interview führte Michaela Pasterk 

Links:

Website: https://www.gartengoodies.at
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