Wahrnehmungen neu verhandeln

Foto: Jana Sabo

Sophie Stark sorgt dafür, dass starke Werte eine Stimme bekommen. Mit ihrem Unternehmen starkes.design unterstützt sie Institutionen mit nachhaltigem oder sozialen Fokus dabei, ihre Visionen und Missionen wirkungsvoll nach außen zu tragen.

Als Kind einer Biologin und eines Journalisten wurde ihr die Affinität für Klimaschutz und Kommunikation quasi in die Wiege gelegt. Dazu kam der Drang, sich auch kreativ und künstlerisch ausleben zu können.

»Naturschutz-, Spenden- und Achtsamkeitsplakate im öffentlichen Raum waren für mich schon früh ein Irritationspunkt« erinnert sie sich. »Wenn vor allem Leid und Ungerechtigkeit im Vordergrund stehen, welche Emotionen weckt das denn in der Zielgruppe? Ich war überzeugt, dass es einen anderen Ansatz braucht – einen, der Klimaschutz und Spendenaufrufe emotional positiv besetzt anstatt Schuld, Scham oder Ablehnung hervorzurufen.«

Nachdem einem Abschluss in Design und Kommunikation landete sie – wie sie es lachend nennt – trotzdem vorübergehend in der »klassischen Agenturhölle.« Auch wenn sie mit spannenden Unternehmen zusammenarbeiten konnte, fehlte ihr doch eins: die Möglichkeit, selbst planen und verändern zu können.

2018 startete sie schließlich selbstständig durch und wurde im Februar 2020 – gerade rechtzeitig zur Coronakrise – zur Vollzeit-Unternehmerin.

»Das war natürlich zu Beginn eine große Herausforderung, die sich wahrscheinlich niemand ausgesucht hätte« erzählt sie im Interview. »Aber ich hatte das Glück, gleichgesinnte Leute aus unterschiedlichen Backgrounds gefunden zu haben, die interessiert daran waren, gemeinsam die Kommunikation im Nachhaltigkeitsbereich zu verändern.«

In Kooperation mit diesem Team setzt Sophie seitdem Projekte im Bereich Umweltschutz und gesellschaftlicher Entwicklung um, unter anderem für die Zukunftsallianz, die Stadt Wien und den WWF. Wichtig ist ihr dabei eins:

»Mein Team und ich machen keine halben Sachen. Wir arbeiten nur mit Kund:innen und an Projekten, die zu 100% und aufrichtig nachhaltig sind. Greenwashing ist ein absolutes no-go.«

Sophie Stark mit Kolleg:innen Judith Keppel (Designanthropologie) und Rok Mele (Videografie), Foto: Samar Yakhya

Was hat dich inspiriert, dich selbstständig zu machen?

Sophie Stark:Ich wollte immer schon selbstbestimmt arbeiten. In der Anstellung hat mir immer der Hebel gefehlt, selbst die Richtung vorzugeben. Es hat mir nie gereicht, einfach nur auszuführen.

Ein Grund, warum ich so lange und auch zwei Anläufe gebraucht habe, mich selbstständig zu machen war auch: Das, was ich machen wollte, gab es noch nicht. Werbeagenturen und Kommunikationsbüros waren alle primär auf Werben ausgerichtet.

Mein Angebot ist aber eine Mischung aus Kommunikationsberatung und Achtsamkeitsberatung. Das aufzubauen war keine leichte Sache und brauchte definitiv langen Atem und echten Willen, zumal es weniger wirtschaftlich ist, als rein gewinnorientierte Agenturen. Es zahlt sich schon aus, aber man muss zum Beispiel bereit sein, Zeit und Energie in Förderanträge zu investieren.

Was ist »grün« an deinem Unternehmen?

Sophie Stark: Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist: Was kann ich tun, das Sinn macht und wie kann ich das umsetzen?

Meine Werte laufen auf drei Hauptpunkte hinaus:

  1. Integrität
  2. Alles, was ich kommuniziere, soll Fairness transportieren und die Welt fairer machen
  3. Nicht nur die Botschaften, sondern auch die Umsetzung von Projekten muss nachhaltig sein

Bei meinem Unternehmen geht es nicht nur um nachhaltigen Inhalt. Es betrifft die Wahl nachhaltiger Produktion, egal ob analog oder digital.

Und es reicht von solchen alltäglichen technischen Details hin bis zu den Firmen, mit denen ich zusammenarbeite. Ich frage jedes Mal: hat diese:r Kund:in das Ziel, eine bessere Welt zu schaffen?

Foto: Jana Sabo

Wofür brennst du als Unternehmerin?

Sophie Stark: Wie bei den meisten Leuten im Nachhaltigkeitsbereich brenne ich für den Sinn meines Tuns und das Gefühl, einen positiven Beitrag zu leisten.

Meine persönliche Liebe ist Sprache. Man kann mit der passenden Sprache so viel erreichen. Manchmal nimmt Sprache fast schon eine diplomatische Rolle ein: zum Beispiel in der Kommunikation mit Menschen, die irgendwann den Eindruck bekommen haben, Klimaschutz nehme ihnen etwas weg. Gute Kommunikation kann Wahrnehmung neu verhandeln.

Es ist nicht leicht – oft ist es sogar sehr schwer. Aber es macht mich auch sehr glücklich.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Das Interview führte Michaela Pasterk 

Links:

Website: www.starkes.design
Instagram: starkes.design
Linkedin: Sophie Stark