Österreichische Filme feiern derzeit internationale Erfolge. Produktionen aus unserem Land sind auf großen Festivals stark vertreten, allein auf der renommierten Berlinale sind 12 österreichische Filme eingeladen. Ebenso sind heimische Filme im Inland an der Kinokassa erfolgreich, und die Branche hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Doch hinter den Kulissen wächst die Unsicherheit. 2026 könnte für die österreichische Filmwirtschaft zum entscheidenden Jahr werden.

Der positive Trend der vergangenen Jahre war kein Zufallsprodukt. Mit dem Filmanreizmodell ÖFI+ und FISAplus wurde unter grüner Regierungsbeteiligung und durch den Einsatz von Alexander Dumreicher-Ivanceanu (Grüne Wirtschaft-Fachverbandsobmann Film- und Musikwirtschaft) ein Instrument geschaffen, das internationale Produktionen nach Österreich holte und heimische Projekte stärkte.

Das Ergebnis war nicht nur ein Mehr an heimischen Filmproduktionen, sondern auch eine hohe regionale Wertschöpfung, tausende Arbeitsplätze entlang der gesamten Produktionskette, internationale Sichtbarkeit des Standorts sowie zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat. Also ein echtes Win-Win für alle Beteiligten.

Kürzungen gefährden mühsam Erreichtes

Gerade weil die Wertschöpfung so hoch war – jeder Euro, der durch das Filmanreizmodell investiert wurde, generierte 1,42 Euro an Einnahmen für die Republik – verwundert es umso mehr, dass die Mittel für das Film-Anreizmodell sowohl bei Kinofilmen als auch bei TV und Streaming von der ÖVP-SPÖ-Neos-Bundesregierung stark gekürzt wurden. Diese spiegelt mangelndes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge wieder und schafft neue Probleme:

Der wirtschaftliche Aufschwung droht politisch ausgebremst zu werden. Produktionen werden verschoben oder wandern ab. Fachkräfte verlieren Planungssicherheit. Investitionen bleiben aus.

Statt Wertschöpfung im Land zu sichern, wächst die Gefahr, dass Beschäftigte in der Branche in prekäre Situationen geraten. Das ist wirtschaftspolitisch nicht nur kurzsichtig, sondern auch teuer.

Streamingdienste fair beteiligen

Als Reaktion darauf entwickelte das Team rund um Alexander Dumreicher-Ivanceanu kürzlich einen Vorschlag zur Finanzierung für die Zukunft des österreichischen Films trotz bleibender Kürzungen: eine Investitionsverpflichtung für all jene Streaminganbieter, die in Österreich hohe Umsätze erzielen – kurz: eine Streamingabgabe.

Das präsentierte Modell sieht vor, 25 % der in Österreich erzielten Umsätze in Form einer Abgabe und einer Investitionsverpflichtung für Streamingplattformen vorzuschreiben. Wer denkt, dass dadurch alle noch verbliebenen Produktionen endgültig abgeschreckt werden, irrt. Denn solche Modelle bestehen bereits in 16 europäischen Ländern, darunter Frankreich und die Scheiz, und erzielen dort die erhofften, positiven Effekte. In Deutschland hat die Bundesregierung erst vor kurzem die Einführung der Investitionsverpflichtung beschlossen.

Grüne Wirtschaft für Streamingabgabe

Die Filmwirtschaft hat bewiesen, dass sie liefern kann – wirtschaftlich, kulturell und beim heimischen und internationalen Publikum.
Jetzt braucht es Vertrauen und politische Vernunft: Der Investitionsbeitrag der Streaminganbieter würde der Branche ermöglichen, an aktuelle Erfolge anzuknüpfen und den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. In diesem Sinne richtete Alexander Dumreicher-Ivanceanu auf der Berlinale den dringenden Appell an die Bundesregierung, schnell zu handeln, um die Zukunft des Filmstandorts zu sichern.