Für eine Zukunft, die besser ist als die Gegenwart

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Seit über 30 Jahren ist Winfried Süß inzwischen in der internationalen Zusammenarbeit tätig. Mit einem Abschluss als Diplom-Forstwirt der Universität München und einem abgeschlossenen NADEL -Nachdiplomstudium für Entwicklungsländer der ETH Zürich liegt sein Fokus vor allem auf den Bereichen Walderhaltung, Naturschutz und Klimawandelanpassung. Über die Jahre hat er bislang in 35 Ländern gearbeitet, unter anderem in Georgien, Äthiopien und Kambodscha.

Dabei berät er vor allem zwischenstaatliche Projekte, arbeitet aber auch für und mit großen NGOs zusammen, um jene Menschen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, in ihrem Streben nach Resilienz zu unterstützen: »Das funktioniert vor allem im Bereich Empowerment und Zugang zu Entscheidungen, ist aber ein sehr langsamer und in vielen Settings nicht unbedingt erwünschter Prozess, der sehr stark von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt.«

Was hat dich inspiriert, dich selbstständig zu machen?

Winfried Süß: Nach 15 Jahren in Beratungsfirmen wurde ich »freigesetzt« und habe mich entschlossen, mein Know-How, Netzwerk und Engagement selbständig zu nutzen. Das tue ich inzwischen seit 2016, mit nur einer Unterbrechung als angestellter Teamleiter in einem Projekt in Kambodscha.

Die Selbständigkeit verleiht mir die Freiheit, Aufträge selbst auszuwählen und eigene Schwerpunkte zu setzen, sowie ohne Konformitätszwänge Ideen und Vorschläge zu erarbeiten.

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Was ist »grün« an deinem Unternehmen?

Winfried Süß: Alles – ich arbeite im »grünen« Sektor Wald, Naturschutz und Landwirtschaft. Dabei achte ich vor allem auf die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsparameter ohne die eine zukunftsfähige Entwicklung nicht möglich ist.

Wofür brennst du als Unternehmer?

Winfried Süß: Mein Anliegen ist es, dass mein Klima-Handabdruck größer als mein ökologischer Fußabdruck ist.

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Der Begriff Klima-Handabdruck (engl. »handprint«) wurde vom Centre for Environment Education (CEE) in Indien entwickelt. Mit ihm wird berechnet und versinnbildlicht, was jemand bereits erwirkt hat. Er zeigt also, was man an ökologischen Fortschritten schon erreicht hat, anstatt den Fokus darauf zu legen, was noch zu tun bliebe. Alle Menschen haben in diesem Konzept also die Möglichkeit, zum Beispiel ihren »CO2-Handabdruck« zu vergrößern – und zwar potenziell bis ins Unendliche. Denn dieser Abdruck wächst sowohl mit eigenen Verhaltensänderungen als auch durch die Veränderungen, die man indirekt bei anderen Menschen bewirkt.

Für mich selbst heißt das, dass die Projekte die ich seit 30 Jahren entwerfe, begleite und bewerte, positiv in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit wirken. Meine Hoffnung ist, dass die Menschen und Umwelt in den Projekten, die ich unterstütze, eine Zukunft haben, die besser ist als die Gegenwart.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Michaela Pasterk

Links:

Website: www.winfriedsuess.eu
Linkedin: Winfried Süß