Keine Idee ist zu utopisch

Foto: Harald Bayer

»Harry, kannst du mal was testen?«

Harald Bayer war in seiner Arbeit immer schon mit »utopischen« Versuchen und Prototypen beschäftigt.  »Wie schaffen wir es effizienter zu werden? Können wir Ressourcen und Rohstoffe sparen? …Harry, kannst du mal was testen?«

Schon als Kind war er fasziniert von Technik und Natur. Spielzeug und Küchenladen wurden zerlegt, begutachtet und wieder zusammengebaut. Hie und da wurde auch etwas »optimiert.« Auch wenn es seiner Mutter meist weniger Spaß machte als ihm selbst, wurde daraus für Harry eine Leidenschaft. So kam es auch, dass er schon früh von Wind- und Sonnenenergie begeistert war und an Entwicklungen im Bereich der Windenergie mitarbeitete, die inzwischen Stand der Technik sind.

Heute ist er Ingenieur, Projektmanager und Unternehmensberater und leitet seit über 30 Jahren sein Unternehmen Bayer Industries im Waldviertel. Sein Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen Technik und Nachhaltigkeit, auf Projektmanagement, Produktentwicklung, Energieeffizienz und der Verschmelzung von analogen und digitalen Technologien.

Angetrieben von einem gewissen Maß an Perfektion, freut es ihn besonders, wenn Lösungen aus dem Waldviertel zufriedene Kund:innen finden und zur Stärkung des Standorts Österreich beitragen.

Was hat dich inspiriert, dich selbstständig zu machen?

Harald Bayer: Eine »Kannst-Du-Mal«-Anfrage brachte mich auch zur Entwicklung zu dem Flaschenfüllsystem Bottle Guard 150. Ein befreundeter Bierbrauer war auf der Suche nach einem einfachen Flaschenfüller, der am Markt praktisch nicht verfügbar war. Da musste geholfen werden! Nach der erfolgreichen Prototypen-Entwicklung habe ich mein Unternehmen gegründet und das Seriengerät kam auf den Markt.

Eine weitere »Kannst-Du-Mal«-Anfrage führte dann zur Entwicklung einer innovativen Steuerungssoftware. Und so ging es dann einfach weiter.

Foto: Bayer Industries

Was ist »grün« an deinem Unternehmen?

Harald Bayer: Gegen den allgemeinen Trend werden meine Produkte in Österreich entwickelt, gefertigt und montiert.

Es wird auf hochwertige Komponenten geachtet, sodass die Füllanlagen reparierbar sind. Im Normalfall können Kund:innen die nötigen Arbeiten und Reparaturen durch eine exakte Anleitung selbst durchführen. Die Anlagen sind auch bei Bedarf erweiterbar und das Grundgerät kann weiterverwendet werden, bis zur Roboterlösung.

So sollen Transportwege, lange Stillstandzeiten und Materialkosten so gering wie möglich gehalten werden.

Die Steuerungssoftware BI_5k SoftArchitect ist zur Vollautomatisierung von Prozessen entwickelt worden. Die SoftArchitect erlaubt die Weiterverwendung der bestehenden Anlage und bestehende Motoren, Antriebe, Pumpen sollen bewusst nicht entsorgt werden. Es wird praktisch ein intelligenter Software – Hut über die bestehende Technik gestülpt.

Zur Energieoptimierung im Betrieb berücksichtigt die Software auch die Leistung von PV-Modulen, Außentemperatur, Batterie- oder Wasserspeichern.

Wofür brennst du als Unternehmer?

Harald Bayer: Es begeistert mich, Menschen mit innovativen Lösungen zu helfen. Der direkte Austausch mit den Kund:innen führt zu individuellen Lösungen und einer herzlichen Kundenbeziehung.

Gemeinsam etwas zu schaffen, das Sinn stiftet und das Leben erleichtert – dafür brenne ich. Es ist bereits vieles da, das wir wie ein Puzzle einfach zusammenfügen müssen.

Erneuerbare Energien sind für mich ein Zeichen, dass es sich lohnt durchzuhalten.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Michaela Pasterk

Links:

Website: www.bayerindustries.at
Linkedin: Harald Bayer
Youtube: Harald Bayer
Linkedin: Bayer Industries