WKO-Kritik ist Anlass für Verschlankung und Modernisierung der WKO

Die Turbulenzen der vergangenen Tage rund um die Wirtschaftskammer haben deutlich gemacht, dass es innerhalb der Unternehmer:innen im Land enormen Gesprächs- und Reformbedarf in Bezug auf die Organisation der WKO gibt.

Die Debatte um Gehälter und die unzureichende Kommunikation der Kammerleitung haben das Vertrauen in die Institution weiter geschwächt. Zwar wurde Präsident Mahrer bei der Sitzung aller Kammerpräsident:innen am Sonntag im Amt bestätigt, doch die Legitimation der Führung allein genügt nicht, um Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Bereits die deutlich gesunkene Wahlbeteiligung bei den Wirtschaftskammerwahlen im März 2025 hat gezeigt, dass die Akzeptanz und das Vertrauen der Unternehmer:innen weiter abnehmen. Jetzt ist der Zeitpunkt, diesen Trend umzukehren – hin zu einer modernen, transparenten und fairen Interessenvertretung des 21. Jahrhunderts.

„Die Kritik sollte zum Anlass genommen werden, längst fällige Reformen in der WKO anzugehen. Der ÖVP-Wirtschaftsbund muss das Mauern beenden und gemeinsam mit allen Fraktionen in einem offenen Prozess die Kammer zu einer modernen Interessenvertretung weiterentwickeln. Nur so kann wieder Akzeptanz hergestellt und Vertrauen zurückgewonnen werden“, so Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft.

Die Grüne Wirtschaft hat aus gegebenem Anlass erneut ihre Initiativen zur Reform der gesetzlichen Interessenvertretung für die kommende Sitzung des Wirtschaftsparlaments am 27. November 2025 eingebracht:

  • Reform der Wirtschaftskammerwahlen:

Das intransparente und undemokratische Wahlrecht muss neugestaltet werden.

  • Reform der Kammerfinanzierung:

Die als temporäre Notmaßnahme eingeführte Kammerumlage 2 soll schrittweise abgeschafft werden. Parallel dazu sollen Strukturreformen durchgeführt werden, um die WKO zu verschlanken.

  • Reform der Wähler:innengruppenfinanzierung:

In der WKO fehlt eine gesetzliche Regelung im WKG über Gesamthöhe und Verteilungsschlüssel bei der Fraktionsfinanzierung. Eine österreichweit einheitliche Regelung soll sich am Regelwerk der Parteienfinanzierung orientieren.

Alle Anträge sind gesammelt auf der Website der Grünen Wirtschaft zu finden.