Warum Österreich zurückhaltende Klimapolitik teuer zu stehen kommt
2025 war nicht nur das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – es war auch ein besonders teures. Extreme Hitze, Dürreperioden und Überschwemmungen haben in Europa Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Allein in Österreich wird der wirtschaftliche Verlust durch die Wetterextreme dieses Sommers auf 443 Millionen Euro geschätzt. Bis 2029 könnten sich die Folgekosten auf 1,4 Milliarden Euro summieren.
Was heißt das für Unternehmer:innen und für den Standort Österreich? Die Antwort ist klar: Klimaschutz ist kein optionaler Luxus – er ist ökonomische Notwendigkeit. Wer heute nicht investiert, zahlt morgen den Preis.
Die „stillen Kosten“ der Klimakrise
Eine aktuelle Studie der Universität Mannheim in Kooperation mit der Europäischen Zentralbank zeigt: Hitzeperioden senken die Produktivität – etwa im Bau, im Gastgewerbe oder bei körpernahen Dienstleistungen. Dürre gefährdet die Landwirtschaft und Lieferketten. Überschwemmungen zerstören nicht nur Gebäude, sondern auch Infrastruktur und Lagerbestände.
Diese „stillen Kosten“ kommen oft schleichend, treffen aber zuverlässig – und sie treffen nicht nur die direkt betroffenen Branchen. Die Studie rechnet konservativ und bezieht weder Waldbrände noch überlagerte Ereignisse ein – und trotzdem ergibt sich für Europa ein Schadenspotenzial von 126 Milliarden Euro bis 2029, verursacht allein durch die Extremwetter des Jahres 2025.
Wie stark bereits einzelne Wetterereignisse die Wirtschaft einzelner Länder treffen können, zeigt Die Presse in einem aktuellen Artikel: In Slowenien verursachten Unwetter laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) im Jahr 2023 Schäden in Höhe von rund 16 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts.
Österreich erhitzt sich schneller als der globale Durchschnitt
Besonders dramatisch ist die Lage, weil Europa und damit auch Österreich zu den Klimawandel-Hotspots gehören. Laut der internationalen Forschungsplattform ISGlobal ist Europa der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt – doppelt so stark wie der weltweite Durchschnitt. Das hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch humanitäre Konsequenzen.
Die gesundheitlichen Auswirkungen sprechen eine deutliche Sprache: Im Sommer 2024 starben laut aktueller Studienlage rund 1.100 Menschen in Österreich an den Folgen extremer Hitze. Europaweit waren es über 62.000 Hitzetote.
Grüne Wirtschaft mit Kampagne zu Extremwetter
Im Sommer 2025 haben wir mit einer breiten Kampagne auf diese Entwicklungen aufmerksam gemacht. Unsere Botschaft: Maßnahmen zum Klimaschutz sind kein Luxusprojekt, sondern die Grundlage für langfristige Stabilität. Wer meint, sich Klimaschutz „nicht leisten“ zu können, wird bald feststellen: Die Kosten der Untätigkeit sind weitaus höher.
Umdenken statt kürzen
Statt weiterhin Milliarden in fossile Strukturen zu stecken, braucht es eine Politik, die zukunftsfähiges Wirtschaften belohnt. Kürzungen bei Umwelt- und Innovationsbudgets sind das falsche Signal. Unternehmer:innen, die heute klimafreundlich investieren, brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und öffentliche Unterstützung. Die Grüne Wirtschaft setzt sich für ambitionierte Klimapolitik unter Beibehaltung der Klimaneutralität bis 2040 ein.