WAS UNS BEWEGT #WUB
Was bewegt dich? Was bewegt mich? Darüber macht sich unser Regionalsprecher August Lechner regelmäßig in seinem Meinungsbeitrag Gedanken.
NZIA – Tür auf für grüne Aufträge in Niederösterreich
Ein mittelalterlicher Hausflur, eine kleine Schwelle und der kürzeste Weg zu Genehmigungen, dank des Net Zero Industry Act.
Da steht ein sehr altes Haus mitten in Wiener Neustadt – mein Refugium, mein Teegeschäft. In diesem Haus lebe und arbeite ich. Wer vorbeigeht, sieht hinter dem Tor den langen eingewölbten Gang. Ungefähr 15 Meter Stein, kühl und ehrwürdig, erscheinen vielen wie eine Zeitreise. Am Anfang blieben viele Besucher vor dem geöffneten Tor stehen. „Ist das hier privat? Darf ich da hinein?“ Der Weg ist zwar frei, doch die Schwelle fühlte sich hoch an. Also habe ich, nach und nach, den Gang „lesbar“ gemacht: behutsame Beleuchtung, Richtungspfeile und ein freundlicher Gruß. Am Mauerwerk hat sich nichts geändert und doch gehen die Menschen heute ganz selbstverständlich hinein. Aus der Barriere wurde eine Einladung.
Genau daran denke ich , wenn ich mit Betrieben in Niederösterreich spreche, die Wärmepumpen aufstellen wollen, PV-Anlagen planen, Speichermöglichkeiten schaffen und Effizienzprojekte vorbereiten. Auch sie stehen vor einem Tor: Förderlogik, Zuständigkeiten, Fristen, Formulare. Der Weg ist da – aber er wirkt dunkler als er ist. Manche drehen um, obwohl hinter dem Tor ein Garten voller Chancen liegt.
Mit dem Net Zero Industry Act hat Europa die Tür für grüne Technologien weit geöffnet. Für uns in Niederösterreich bedeutet das: Aufträge, Lehrstellen, Wertschöpfung – aber nur, wenn der Weg dorthin klar ist. Nicht immer fehlt die Investitionsbereitschaft, sondern ganz oft die Orientierung. Klarheit kostet wenig und wirkt sofort.
Worum geht es konkret?
Wir werden drei Dinge einfordern und liefern:
Erste Antwort am selben Tag:
Ein One-Stop-Kontakt in der Kammer, der verbindlich Auskunft gibt, welche Unterlagen nötig, welche Stellen zuständig sind und welcher Zeithorizont absehbar ist.
Vorrang für den Klimanutzen:
Projekte, die Emissionen senken und regionale Wertschöpfung schaffen, bekommen bei Beratung und Begleitung Priorität.
Sichtbare Wegbeschreibungen:
Für typische Vorhaben werden Standard-Meilensteine und durchschnittliche Durchlaufzeiten veröffentlicht.
Warum gerade jetzt?
Weil Märkte im Wochentakt entscheiden. Jede unklare Zuständigkeit kostet einen Auftrag. Talente gehen für uns verloren, weil sie dorthin ziehen, wo sie Entfaltungsraum verspüren. Kapital folgt dorthin, wo Prozesse verlässlich sind. Genehmigungen sind nun mal kein Naturgesetz sondern folgen klaren Prozessen – diese lassen sich gestalten.
Zurück zu meinem Haus: Der Gang ist immer noch mittelalterlich. Aber heute erscheint er heller. Menschen zögern nicht, sondern sie schreiten voran. Genau diese Erfahrung brauchen auch unsere Betriebe. Kein „Vielleicht“, sondern ein klarer nächster Schritt. Kein Warten auf Antworten und Rückfragen, sondern die Gewissheit, wer was bis wann prüft.
Die Grüne Wirtschaft steht für Unternehmerinnen und Unternehmer, die unsere Zukunft konkret machen. Wir vertreten vorwiegend die, die nicht auf perfekte Umstände warten, sondern selbst an Lösungen arbeiten. An dieser Messlatte messen wir die Wirtschaftskammer und daran arbeiten wir: möglich machen statt vertrösten.
Niederösterreich hat die Chance, Werkstatt der Energiewende zu sein.
Wir werden Genehmigungen beschleunigen, Beratung bündeln und öffentliche Mittel konsequent an Klimanutzen und regionale Wertschöpfung knüpfen müssen. Wer heut bremst, verlagert Arbeitsplätze – wer für Klarheit sorgt, schafft sie.
Wenn dein Projekt bereitsteht und der „Gang“ aktuell noch dunkel erscheint: Schreib uns an office-noe@gruenewirtschaft.at mit Betreff „NZIA“ und erzähle uns in ein paar Sätzen von deinem Vorhaben.
Wir sorgen dafür, dass du strukturierte Erstabklärung erhältst – klar, zeitnah, auf den Punkt.
August Lechner
Landessprecher der Grünen Wirtschaft Niederösterreich