Österreich wird heißer, trockener und anfälliger für Extremwetter. Der Zweite Österreichische Sachstandsbericht liefert eine umfassende Bestandsaufnahme zum Klimawandel in Österreich.

Dabei wird deutlich: Eine zukunftsfähige Wirtschaft ist regional, ressourcenschonend und resilient. Wer heute handelt, schützt nicht nur das Klima – sondern auch Arbeitsplätze, Wohlstand und Lebensqualität in Österreich.

Die Erkenntnisse im Bericht sind teils alarmierend: Österreich ist bereits jetzt stark vom Klimawandel betroffen – und gleichzeitig nicht ausreichend vorbereitet. Doch der Bericht liefert auch konkrete Handlungsspielräume. Denn: noch können wir gegensteuern!

Die zentralen Punkte und Empfehlungen des Berichts an die österreichische Politik haben wir in diesem Artikel kompakt für dich zusammengefasst.

  1. Österreich verbraucht mehr Treibhausgase, als es sich „leisten“ kann

Im Bericht ist die Rede vom fast aufgebrauchten „CO₂-Budget“ – was heißt das?
Vereinfacht gesagt: Die Erde kann nur eine bestimmte Menge an Treibhausgasen aufnehmen, bevor die Erderhitzung gefährliche Grenzen überschreitet. Dieses CO₂-Budget ist die „Restmenge“, die uns bleibt, um das 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen.

Für Österreich bedeutet das: Wir haben unser Budget de facto bereits überzogen. Und trotzdem gibt es noch immer Milliarden an klimaschädlichen Subventionen.

Was wir fordern:

  • Klimaschädliche Subventionen müssen abgeschafft werden. Stattdessen Investitionen in den Klimaschutz.
  • Ambitionierte Klimapolitik unter Beibehaltung der Klimaneutralität bis 2040
  • Den vollständigen Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle
  1. Klimaschutz bleibt halbherzig – und viel Potenzial ungenutzt

Klimaticket, Solarförderung, Steuerreform – vieles wurde in den letzten Jahren umgesetzt. Doch statt auf struktureller Ebene ambitioniert weiterzuarbeiten, werden die Erfolge der letzten Regierung in Sachen Klimaschutz eher rückgebaut als darauf aufgebaut: Unser Verkehrssystem ist auf Autos ausgerichtet, unser Wirtschaftssystem sieht Wachstum als einzigen Erfolgsindikator und es wird weiter in klimaschädliche, gestrige Technologie und Industrie investiert.

Der Bericht sagt ganz klar: So schaffen wir die Klimawende nicht. Es fehlt an tiefgreifender Veränderung – an echten Transformationsschritten.

Was wir fordern:

  • Flächenversiegelung stoppen
  • Anreize für nachhaltiges Wirtschaften schaffen
  • Wirtschaftsmodelle fördern, die auf Gemeinwohl und Kreislaufwirtschaft setzen
  1. Verkehr ist der größte Emissionstreiber

Die Emissionen im Verkehr sind heute höher als 1990 – trotz aller Bemühungen. Das liegt vor allem an einer Politik, die Straßenbau und Individualverkehr weiter fördert, anstatt Alternativen zu stärken.

Was wir fordern:

  • Investitionen in den öffentlichen Verkehr statt neuen Autobahnen
  • Echte Mobilitätswende mit Fokus auf Rad, Bahn und Bus
  • Raumordnung reformieren – kompakte Siedlungen statt Zersiedelung
  1. Die Klimakrise ist in Österreich längst da

Der Bericht belegt: Österreich hat sich bereits um 3,1 °C erwärmt. Wir verlieren Gletscher, kämpfen mit Hitzewellen und Dürreperioden. Die wirtschaftlichen Schäden durch Extremwetterereignisse liegen schon jetzt bei etwa 2 Mrd. Euro pro Jahr.

Was wir fordern:

  • Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur (z. B. Grätzl-Oasen, Begrünung, Hochwasserschutz)
  • Naturbasierte Lösungen nutzen – auch in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft
  • Klimafolgen gerecht abfedern – etwa durch soziale Schutzmechanismen
  1. Politik muss den Weg frei machen – statt weiter zu blockieren

Österreichs föderale Strukturen sind aktuell eher Teil des Problems. Viele Vorhaben scheitern an Kompetenzwirrwarr, fehlenden Mehrheiten oder politischer Blockade. Das Klimaschutzgesetz ist seit Jahren überfällig.

Was wir fordern:

  • Eine klares und verbindliches Klimaschutzgesetz mit Zuständigkeiten und Konsequenzen
  • Nachhaltigkeit in alle Bereiche mitdenken – von der Bildung über die Raumordnung bis zur Steuerpolitik
  • Klimaschutz zur Gemeinschaftsaufgabe machen – mit Beteiligung der Wirtschaft und Zivilgesellschaft

Unser Fazit

Der Bericht zeigt, wie dringlich die Lage ist – und gleichzeitig, wie viele Lösungen längst auf dem Tisch liegen. Wir setzen uns weiter für eine ambitionierte Klimapolitik ein, die endlich ins Handeln kommt. Denn: Klimaschutz ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich vernünftig und sozial gerecht machbar.