Sonntag 21. Oktober 2018
Presseinformation | Di., 18. September 2018

»Nachhaltigkeit ist nicht alles, aber ohne Nachhaltigkeit ist alles nichts«

Heute referierte die Umwelthistorikerin Prof. Dr. Verena Winiwarter auf Einladung der Grünen Wirtschaft im WIFI Salzburg über die vielfältigen ökologischen Nebenwirkungen, die die Eingriffe in die Natur mit sich gebracht haben. Josef Scheinast, Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft: »Die Erkenntnislage zeigt klar, dass wir unsere Art des Wirtschaftens ändern müssen, um auch in Zukunft gut leben zu können. Utopisten glauben an das ewige Wachstum. Realisten suchen neugierig nach Visionen des Wirtschaftens, die unseren `Überlebensraum´ langfristig erhalten.«

 

Wir leben in einem »Zeitalter der Nebenwirkungen«, fasste es Dr. Verena Winiwarter, österreichische Wissenschaftlerin des Jahres 2013, zusammen. Wir haben viele Probleme erfolgreich bewältigt, aber in der Folge neue Unsicherheiten geschaffen. Viele unserer Entscheidungen von heute werden sich noch in tausenden Jahren auswirken, wie etwa der Atommüll oder der Klimawandel. Seit 1990 wurden weltweit mehr als 120 Millionen Hektar Wald abgeholzt. Der CO2 Ausstoß stieg um 62%. Von den 9 Milliarden Tonnen Plastik, die jedes Jahr produziert werden, landet der größte Teil im Meer oder versickert als Mikroplastik in unsere Böden.

 

Allein diese Zahlen würden zeigen: Eine Wirtschaft des »Immer-Mehr« stößt an harte Grenzen, da die ökologischen Kosten unseres Ressourcenverbrauchs nicht auf Dauer ausgelagert werden können. Je länger wir daran festhalten, desto höher sei der Preis für nachfolgende Generationen, so Winiwarter. Damit die Erde »bewohnbar« bleibe, müssten wir weg kommen von einem Wachstumsmodell, das seit den 1950er Jahren als Maß aller Dinge gelte.

 

Förderungen nur mehr auf Basis von Nachhaltigkeitszielen

 

Österreich, kritisierte Winiwarter, sei vom Umweltmusterland zum Nachzügler geworden. Ein großer Schritt nach vorne wäre schon, wenn in Österreich die gesamte Förderpolitik auf Basis der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umgestellt und nichts mehr gefördert würde, was da nicht hineinpasst. An diesem Punkt will auch Josef Scheinast ansetzen: »Unter den richtigen politischen Rahmenbedingungen lohnen sich Investitionen im Umweltbereich und umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen werden schneller verfügbar.« In Anlehnung an das Zitat von Kanzlerin Angela Merkel fügte er pointiert hinzu: »Nachhaltigkeit ist nicht alles. Aber ohne Nachhaltigkeit ist alles nichts.«

Josef Scheinast | © Joachim Bergauer
Josef Scheinast

Regionalsprecher der Grünen Wirtschaft Salzburg

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