Samstag 11. Februar 2012

Inhalt:

Idee Nr. 1:


Es gibt EINE, für alle BürgerInnen einheitliche, einfach gestaltete

und sozial gerechte Einkommensteuerberechnung.


Der kaum mehr durchschaubare Einkommenssteuer- und

Sozialversicherungsbeitrags-Dschungel wird gelichtet, um Klarheit und

Transparenz zu schaffen. Zudem werden jene Elemente abgeschafft,

die unser Steuer- und Abgabensystem sehr ungerecht machen:


Die Sozialversicherungsbeiträge werden abgeschafft,

das Sozialsystem vereinheitlicht. Alle staatlich garantierten Sozial-

leistungen (Grundpension, Gesundheitsversorgung, Arbeitslosenunter-

stützung) werden nicht mehr aus »Versicherungsbeiträgen«

sondern aus dem Steueraufkommen bezahlt – mit gleichen Leistungen

für alle BürgerInnen, egal ob und in welcher Form sie berufstätig sind.

Die Zeit der Doppelt- und Dreifachversicherungen und der

unerklärlichen Leistungsunterschiede ist vorbei. Es gibt auch keine Höchstbeitragsgrundlage der Sozialversicherung mehr, die

derzeit sehr hohe Einkommen bevorzugt.


Die steuerliche Begünstigung des 13. und 14. Monatsgehalts

(»Jahressechstel«) wird abgeschafft.
Von diesem Privileg profitieren vor allem die BezieherInnen sehr hoher

Einkommen. Natürlich bleibt die Höhe des Jahreseinkommens der

ArbeitnehmerInnen gleich – egal, in wie vielen Raten es ausbezahlt wird.


Es gibt keine »Arbeitgeberbeiträge« mehr, die gesamten

Arbeitskosten werden der/dem Lohnsteuerpflichtigen als Bruttolohn

ausbezahlt. Die Sozialversicherungsbeiträge sind abgeschafft,

alle anderen Leistungen, für die es derzeit lohnabhängige Abgaben

gibt (Wohnbauförderung, Familienlastenausgleichsfonds,

Kommunalsteuer) werden aus dem (zukünftig natürlich höheren)

Steueraufkommen bezahlt. Derzeit verschleiern die »Lohnnebenkosten«,

die nur für die ArbeitgeberInnen ausgewiesen werden, die

tatsächliche Abgabenlast auf Arbeit, die letztlich jede/r

Lohnsteuerpflichtige erwirtschaften muss.


Das Jahreseinkommen bildet für alle BürgerInnen die Steuerbasis

und resultiert aus den Arbeitseinkünften (selbständig und/oder

nichtselbständig) plus allen weiteren Einkünften (aus Kapitalerträgen, Vermögenszuwächsen, Vermietung, Verpachtung etc.).

Steuerliche Ausnahmeregelungen und Absetzbeträge werden

weitestgehend abgeschafft. Wo es notwendig und sinnvoll ist,

gibt es direkte Zuwendungen.


Brutto-Einkommen – Einkommenssteuer = Netto-Einkommen.

So einfach ist die Rechnung!

Idee Nr. 2:

 

Die Steuerlast ist grundlegend umverteilt:

Arbeit und Leistung werden massiv entlastet, Abgaben auf Ressourcenverschwendung deutlich angehoben und Steuern

auf große Vermögen vervielfacht.

 

In Österreich sind Arbeit und Leistung in einem einzigartig

hohen Ausmaß mit Steuern und Abgaben belastet: Lohn- bzw.

Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge sind mit

Abstand das größte Stück des Abgabekuchens. Das ist

leistungsfeindlich, umweltbelastend, fördert die Schwarzarbeit

und kostet Arbeitsplätze, weil arbeitsintensive Produkte und

Dienstleistungen dadurch fast unbezahlbar teuer sind.

 

Dagegen tragen Kapital- und Vermögenserträge im

internationalen Vergleich sehr wenig zum Steueraufkommen bei.

Zinserträge sind endbesteuert, was Bezieher hoher Einkommen

bevorzugt. Aktienerlöse sind nach einer Behaltezeit von einem

Jahr vollkommen steuerfrei. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer

wurde auch für ganz große Vermögen abgeschafft. Privatstiftungen

genießen einzigartige Steuerprivilegien.

 

Das Reinvermögen wird in Österreich auf das Vierfache des

Bruttoinlandsproduktes geschätzt. Vermögensbesitz und

Vermögenszuwachs (wie Erbschaft und Schenkungen) sind aber

in Österreich mittlerweile praktisch steuerfrei. Einziger Überrest

sind Grund- und Grunderwerbssteuer, welche aber von

»Einheitswerten« berechnet werden, die weit unter den

Verkehrswerten liegen.

 

Der Energie- und Ressourcenverbrauch bzw. der Konsum von

umwelt- und gesundheitsschädlichen Gütern wird bei weitem noch

nicht so besteuert, wie das den Knappheiten und den verursachten

volkswirtschaftlichen Kosten entspricht. Deshalb haben diese

Abgaben nur wenig Lenkungseffekt.


Daher wird das Steuersystem in Österreich grundlegend

neu strukturiert, insbesondere:

  • Die Abgabenlast auf Privateinkommen sinkt drastisch.
    Einkommen bis 12.000 Euro pro Jahr sind gänzlich steuer- und
    abgabenbefreit. Für die Einkommensanteile darüber gibt es
    zwei Steuersätze von 25 und 50 Prozent.
    Sozialversicherungsbeiträge gibt es keine mehr. Das bringt
    Klarheit, Transparenz und eine deutliche Umverteilung von den
    sehr hohen zu den mittleren und niedrigen Einkommen.
    Dort sinkt die Abgabenquote signifikant.

  • Vermögenszuwächse werden substanziell besteuert.
    Vermögenserklärungen für alle BürgerInnen erfassen deren
    mobiles und immobiles Vermögen, dass zu realistischen Preisen
    bewertet wird. Ein Freibetrag schützt Kleinbesitz und sichert
    den Vermögenserhalt bei kleinen Erbschaften und Schenkungen.
    Darüber werden Vermögenszuwachssteuern eingehoben,
    die ein Aufkommen ergeben, das mindestens dem
    Durchschnitt der OECD-Staaten entspricht.

  • Energie- und Ressourcenverbrauch bzw. der Konsum
    von umwelt- und gesundheitsschädlichen Gütern wird – um
    die Knappheiten und die verursachten volkswirtschaftlichen
    Kosten auch in Geldwerten abzubilden – sehr viel teurer.
    Die Steuereinnahmen aus diesem Bereich werden mindestens
    verdoppelt. Das schafft die ökonomischen Anreize für einen
    Umbau unseres Wirtschaftssystems, in dem die vorhandenen
    Ressourcen wirklich höchst effizient und sparsam verwendet
    und das Ökosystem nicht überbelastet wird. Um das
    Armutsproblem mit höheren Energiepreisen nicht weiter zu
    verschärfen, steigen auch die Energieabgaben progressiv
    mit dem Verbrauch.

  • Eine Finanztransaktionssteuer auf sämtliche Finanz-
    transaktionen von 0,1 % wird automatisch von den Banken
    oder Finanzdienstleistern einbehalten und an
    den Staat abgeführt.

Idee Nr. 3:


Eine einheitliche Grundpension für alle ersetzt die

derzeitigen Pensionsprivilegien.


Zu einem festgelegten Stichtag wechseln alle in Österreich

lebenden Menschen in ein neues, gemeinsames Pensionssystem

mit gleichen Beiträgen und Leistungen. Der Staat garantiert ab

diesem Zeitpunkt eine einheitliche Grundpension für alle in

der Höhe von 1.000 Euro. Diese wird aus jenen öffentlichen Mitteln

finanziert, die schon derzeit ins Pensionssystem fließen.


Mit der staatlich garantierten Grundpension wird Armut im

Alter unabhängig vom Erwerbsverlauf vermieden. In einem der

reichsten Länder der Welt muss niemand mehr Angst vor

sozialem Absturz haben.


Wer mehr als die Grundpension will, sorgt dafür individuell,

was dank der deutlich geringeren steuerlichen Belastung der

Arbeitseinkommen den Allermeisten möglich ist. Dafür gibt

es ein echtes Pensionskonto, auf dem alle während des

Erwerbslebens eingezahlten Beiträge nach rein versicherungs-

mathematischen Grundsätzen gebucht werden.


Für private Pensionsanbieter gibt es klare und strenge
gesetzliche Regeln. Der Staat fördert private Pensionsanbieter
nicht mehr, sondern bietet selbst ein staatliches
»Privatpensionsprodukt«
an. Eine durchschnittliche jährliche
Verzinsung zu jenem Zinssatz, mit dem die Republik im

langjährigen Durchschnitt ihre Staatsschuld finanziert, stellt eine
gute »Performance« bei größtmöglicher Sicherheit dar.


Idee Nr. 4:


Österreich wird bis 2030 energieautark:
50% weniger Energieverschwendung, 100% erneuerbare Energie.




Wenn man in einer Badewanne mit undichtem Abfluss sitzt,

kann man entweder den Wasserhahn aufdrehen oder den Abfluss

stopfen. Unser Energiehaushalt erinnert sehr an eine undichte

Badewanne mit immer mehr Löchern. Zu stopfen gibt es also genug.

Als Antwort haben wir bislang aber vor allem mehr Energie

ins System gepumpt.


Durch ein weitreichendes Energieeffizienz-Programm werden

mindestens 50 Prozent dieser unnötigen Energieverschwendung

abgestellt. Dazu gehört, dass jährlich zumindest 5 Prozent

aller Gebäude thermisch saniert werden. Alle Neubauten müssen

mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Ambitionierte

Mindeststandards für alle Energieverbraucher sind obligat und

werden auf Basis der besten verfügbaren Technik laufend verschärft.

Der öffentliche Verkehr wird stark ausgebaut, der Individualverkehr

auf Elektrofahrzeuge umgerüstet. Alle energierelevanten

Vorschriften und Richtlinien sind österreichweit einheitlich.


Die verbleibenden 50% des Energiebedarfs deckt Österreich

bis 2030 zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern:

Sonne, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und heimischer Biomasse.

Denn Österreich hat endlich ein effektives Ökostromgesetz

und investiert in Forschung und Entwicklung.


Ein energieautarkes Österreich muss sich nicht mehr vor
weltweiten Versorgungsengpässen bei fossilen Energieträgern sorgen

(»Peak oil«), wird unabhängig von Energieproduzenten in Kriegs-

und Krisenregionen und reduziert seine CO2-Emissionen um 80%.

Milliarden Euro bleiben im Land und dienen der regionalen

Wertschöpfung. Österreichs innovative Ökowirtschaftsbetriebe

profitieren von einem boomenden Heimmarkt und sind der Job-

und Wertschöpfungsmotor der kommenden Jahrzehnte.

Zudem unterstützt Österreich die Entwicklungsländer bei ihren

Klimaschutzbemühungen finanziell und technisch.


Idee Nr. 5:

 

Faktor Zehn: Der Ressourcenverbrauch ist drastisch
reduziert.
Unsere Wegwerfgesellschaft wird zu einer Reparatur-

und Wiederverwertungsgesellschaft.

 

Nur 7 Prozent aller verbrauchten Rohstoffe landen in einem

käuflichen Endprodukt. Und 80 Prozent all dieser fertigen Produkte

werden nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Einige unserer

derzeit wichtigsten Ressourcen (Erdöl, seltene Metalle ...)

reichen nur mehr für wenige Jahre.

 

Der Materialeinsatz für Produkte und Dienstleistungen wird
um
den Faktor 10 reduziert. Dort, wo es möglich ist, werden

erneuerbare Rohstoffe eingesetzt. Giftstoffe, die Menschen und

Natur gefährden, werden verboten. Stattdessen werden kreislauf-

fähige Materialien, die nach Gebrauch rasch in der Natur

abgebaut werden (z.B. Biokunststoffe) verwendet.

 

Österreich treibt diese Entwicklung durch massive Investitionen

in Forschung, Entwicklung und Innovation pionierhaft voran.

Unsere Wegwerfgesellschaft wird zu einer Reparatur- und Wiederverwertungsgesellschaft. Weitere Elemente sind eine

drastische Ressourcenverbrauchsbesteuerung sowie klare

und strikte gesetzliche Vorschriften.

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