Idee Nr. 4:
Österreich wird bis 2030 energieautark:
50% weniger Energieverschwendung, 100% erneuerbare Energie.
Wenn man in einer Badewanne mit undichtem Abfluss sitzt,
kann man entweder den Wasserhahn aufdrehen oder den Abfluss
stopfen. Unser Energiehaushalt erinnert sehr an eine undichte
Badewanne mit immer mehr Löchern. Zu stopfen gibt es also genug.
Als Antwort haben wir bislang aber vor allem mehr Energie
ins System gepumpt.
Durch ein weitreichendes Energieeffizienz-Programm werden
mindestens 50 Prozent dieser unnötigen Energieverschwendung
abgestellt. Dazu gehört, dass jährlich zumindest 5 Prozent
aller Gebäude thermisch saniert werden. Alle Neubauten müssen
mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Ambitionierte
Mindeststandards für alle Energieverbraucher sind obligat und
werden auf Basis der besten verfügbaren Technik laufend verschärft.
Der öffentliche Verkehr wird stark ausgebaut, der Individualverkehr
auf Elektrofahrzeuge umgerüstet. Alle energierelevanten
Vorschriften und Richtlinien sind österreichweit einheitlich.
Die verbleibenden 50% des Energiebedarfs deckt Österreich
bis 2030 zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern:
Sonne, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und heimischer Biomasse.
Denn Österreich hat endlich ein effektives Ökostromgesetz
und investiert in Forschung und Entwicklung.
Ein energieautarkes Österreich muss sich nicht mehr vor
weltweiten Versorgungsengpässen bei fossilen Energieträgern sorgen
(»Peak oil«), wird unabhängig von Energieproduzenten in Kriegs-
und Krisenregionen und reduziert seine CO2-Emissionen um 80%.
Milliarden Euro bleiben im Land und dienen der regionalen
Wertschöpfung. Österreichs innovative Ökowirtschaftsbetriebe
profitieren von einem boomenden Heimmarkt und sind der Job-
und Wertschöpfungsmotor der kommenden Jahrzehnte.
Zudem unterstützt Österreich die Entwicklungsländer bei ihren
Klimaschutzbemühungen finanziell und technisch.