Freitag 10. Februar 2012

Inhalt:

Idee Nr. 2:

 

Die Steuerlast ist grundlegend umverteilt:

Arbeit und Leistung werden massiv entlastet, Abgaben auf Ressourcenverschwendung deutlich angehoben und Steuern

auf große Vermögen vervielfacht.

 

In Österreich sind Arbeit und Leistung in einem einzigartig

hohen Ausmaß mit Steuern und Abgaben belastet: Lohn- bzw.

Einkommenssteuer und Sozialversicherungsbeiträge sind mit

Abstand das größte Stück des Abgabekuchens. Das ist

leistungsfeindlich, umweltbelastend, fördert die Schwarzarbeit

und kostet Arbeitsplätze, weil arbeitsintensive Produkte und

Dienstleistungen dadurch fast unbezahlbar teuer sind.

 

Dagegen tragen Kapital- und Vermögenserträge im

internationalen Vergleich sehr wenig zum Steueraufkommen bei.

Zinserträge sind endbesteuert, was Bezieher hoher Einkommen

bevorzugt. Aktienerlöse sind nach einer Behaltezeit von einem

Jahr vollkommen steuerfrei. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer

wurde auch für ganz große Vermögen abgeschafft. Privatstiftungen

genießen einzigartige Steuerprivilegien.

 

Das Reinvermögen wird in Österreich auf das Vierfache des

Bruttoinlandsproduktes geschätzt. Vermögensbesitz und

Vermögenszuwachs (wie Erbschaft und Schenkungen) sind aber

in Österreich mittlerweile praktisch steuerfrei. Einziger Überrest

sind Grund- und Grunderwerbssteuer, welche aber von

»Einheitswerten« berechnet werden, die weit unter den

Verkehrswerten liegen.

 

Der Energie- und Ressourcenverbrauch bzw. der Konsum von

umwelt- und gesundheitsschädlichen Gütern wird bei weitem noch

nicht so besteuert, wie das den Knappheiten und den verursachten

volkswirtschaftlichen Kosten entspricht. Deshalb haben diese

Abgaben nur wenig Lenkungseffekt.


Daher wird das Steuersystem in Österreich grundlegend

neu strukturiert, insbesondere:

  • Die Abgabenlast auf Privateinkommen sinkt drastisch.
    Einkommen bis 12.000 Euro pro Jahr sind gänzlich steuer- und
    abgabenbefreit. Für die Einkommensanteile darüber gibt es
    zwei Steuersätze von 25 und 50 Prozent.
    Sozialversicherungsbeiträge gibt es keine mehr. Das bringt
    Klarheit, Transparenz und eine deutliche Umverteilung von den
    sehr hohen zu den mittleren und niedrigen Einkommen.
    Dort sinkt die Abgabenquote signifikant.

  • Vermögenszuwächse werden substanziell besteuert.
    Vermögenserklärungen für alle BürgerInnen erfassen deren
    mobiles und immobiles Vermögen, dass zu realistischen Preisen
    bewertet wird. Ein Freibetrag schützt Kleinbesitz und sichert
    den Vermögenserhalt bei kleinen Erbschaften und Schenkungen.
    Darüber werden Vermögenszuwachssteuern eingehoben,
    die ein Aufkommen ergeben, das mindestens dem
    Durchschnitt der OECD-Staaten entspricht.

  • Energie- und Ressourcenverbrauch bzw. der Konsum
    von umwelt- und gesundheitsschädlichen Gütern wird – um
    die Knappheiten und die verursachten volkswirtschaftlichen
    Kosten auch in Geldwerten abzubilden – sehr viel teurer.
    Die Steuereinnahmen aus diesem Bereich werden mindestens
    verdoppelt. Das schafft die ökonomischen Anreize für einen
    Umbau unseres Wirtschaftssystems, in dem die vorhandenen
    Ressourcen wirklich höchst effizient und sparsam verwendet
    und das Ökosystem nicht überbelastet wird. Um das
    Armutsproblem mit höheren Energiepreisen nicht weiter zu
    verschärfen, steigen auch die Energieabgaben progressiv
    mit dem Verbrauch.

  • Eine Finanztransaktionssteuer auf sämtliche Finanz-
    transaktionen von 0,1 % wird automatisch von den Banken
    oder Finanzdienstleistern einbehalten und an
    den Staat abgeführt.

SozialverUN-

sicherung

SVA:

Podiumsgespräch mit

stv. SVA-Obmann

Gleitsmann und

Gesundheitsökonom

Pichlbauer

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