Konkret spricht der WKÖ-Chef von der Abschaffung der Bezirks- und Landesschulräte, einer Vereinheitlichung der unterschiedlichen Bauordnungen in den Bundesländern, der teilweisen Zusammenlegung der ÖBB mit der Schweizer Bundesbahn und weiteren Privatisierungen. Im Energiebereich könne sich die öffentliche Hand auf die Sperrminorität zurückziehen, fordert Leitl. Überdies spricht er sich für ein Überdenken aller staatlicher Aufgabenteilungen aus.
Eine Ausnahme lässt Leitl bei neuen Steuern doch gelten, nämlich die Besteuerung der spekulativen Gewinne der Banken - wenn nötig auch im österreichischen Alleingang. Eine Massensteuererhöhung, wie es die Mineralölsteuer wäre, kann sich Leitl nur vorstellen, wenn gleichzeitig der Faktor Arbeit entlastet werde: "Das wäre wunderbar - aber nicht, wenn es nur ums Abkassieren geht."
Auch im eigenen Haus könne er den Rotstift ansetzen: bei WKÖ-Förderungen beziffert er das Potenzial mit 850 Millionen €, vor allem bei der "üppig angebotenen" Lehrlingsförderung. Leitl argumentiert die Streichung für Unternehmer mit dem zu erwartenden demographischen Knick und der Notwendigkeit, dass sich Betriebe künftig mehr um die Ausbildung ihrer Fachkräfte kümmern müssten.
(Wirtschaftsblatt, fast alle Medien, 14.06.)