Und das während in Tirol Unternehmen nicht mehr wissen, wie sie ihre MitarbeiterInnen noch halten können, angesichts der Entwicklungen auf den Märkten - insbesondere der beinahe aggressiven Verlagerung von Arbeit in Billiglohnländer. Tiroler Schleifmittelhersteller schwärmen von den guten Chancen am chinesischen Markt und meinen damit Niedriglohnarbeit", bringt es die Landessprecherin der GRÜNEN WIRTSCHAFT Tirol, Angelika Hörmann, auf den Punkt. "Zumindest bis China auf den Westen pfeift und der ganze Tross weiterziehen muss: In das nächste Land, das Niedriglohnkosten 'anbietet'!"
Die "Erkundungstour" einer Tiroler Wirtschaftskammer-Delegation in China wirft allerdings nicht nur diese Frage auf, meint Hörmann weiter. Auch die Aussage eines Chefs der Schleifmittelwerk-Ablegers in einer Provinz in China gibt zu denken. "Wie kommt man überhaupt darauf zu betonen, dass 'Menschen nicht als Tiere betrachtet werden wollen'? Was für ein Menschenbild stellt sich hier dar?", wundert sich Hörmann über derartige verbale Outings.
"Der österreichische Handesldelegierte in China, Andesner, rät den Tiroler Firmen im eigenen Land zu produzieren! Und WK-Präsident Bodenseer hofft, dass der Partnerschaftsvertrag, über den noch keine Details bekannt sind, auch kleinen Unternehmen nützt. Wie weit muss man von der Realität entfernt sein, um das als Hoffnung äußern zu können?" meint Hörmann abschließend.