Tiwag beugt sich dem Druck
Doch die Tiwag will jetzt umdenken. Die Köpfe rauchen, es wird gerechnet und geplant. "Nach zahlreichen Initiativen des Landes prüfen wir diverse Modelle, wie der Photovoltaikstrom ins Netz eingespeist werden kann", bestätigt Tiwag-Vorstand Alfred Fraidl gegenüber derTT.
Eine Projektgruppe ist mit der Umsetzung beauftragt, das Förderkonzept soll im Sommer präsentiert werden. Details über das Vergütungsmodell wollte Fraidl vorerst noch nicht preisgeben. Den Photovoltaik-Pionieren in Tirol winkt zumindest ein 1:1-Stromaustauschvertrag. Das bedeutet, dass dieselbe Menge, die ins Tiwag-Netz eingespeist wird, bei Bedarf wieder entnommen werden kann. Damit wird eine Photovoltaikanlage, die zwischen 6000 und 10.000 Euro kostet, für viele Privathaushalte überhaupt finanzierbar.
Die Tiwag beugte sich nicht nur dem Druck der grünen Opposition, die seit Jahren für die Photovoltaik-Technologie kämpft. Auch die Landesregierung hatte über die Zukunftsstiftung die Technologie gepriesen und Initiativen gesponsert. Angesichts fehlender Einspeisung ins öffentliche Stromnetz und kleiner Fördertöpfe kam der Photovoltaikzug aber nicht ins Rollen.
Auch die Grünen begrüßen den Tiwag-Vorstoß. "Bislang herrschte in Tirol Sonnenfinsternis", sagte Energiesprechin Maria Scheiber, "dabei haben wir 15.000 Mal mehr Sonne zur Verfügung, als die Weltbevölkerung braucht." Der Ausbau der Photovoltaik werde laut Angelika Hörmann, Landessprecherin der Grünen Wirtschaft, in Tirol mehr als 800 Jobsschaffen.