Samstag 11. Februar 2012
Photovoltaik | 18.05.2009

Tiwag zahlt für Strom aus der Sonne

 Innsbruck -Tirol hinkt bei der Stromproduktion mithilfe der Sonenkraft noch hinter dem europäischen Trend nach. Bislang hat das vor allem daran gelegen, dass der Strom, den etwa Privathaushalte mithilfe ihrer Photovoltaikanlage erzeugt haben, nicht ins öffentliche Netz einspeisen konnten. Die Tiwag hatte sich quergelegt. Der Sonnenstrom, der den eigenen Bedarf und Verbrauch weit überschreitet, galt damit als verloren. Einige hundert Photovoltaikanlagen versorgen Tiroler Privathaushalte mit Strom. Das Land fördert heuer 40 Anlagen - in Oberösterreich oder dem Burgenlandsind es im Vergleich über 1000.

beate troger Tiroler Tageszeitung

 

Tiwag beugt sich dem Druck

 

 Doch die Tiwag will jetzt umdenken. Die Köpfe rauchen, es wird gerechnet und geplant. "Nach zahlreichen Initiativen des Landes prüfen wir diverse Modelle, wie der Photovoltaikstrom ins Netz eingespeist werden kann", bestätigt Tiwag-Vorstand Alfred Fraidl gegenüber derTT.

 

 Eine Projektgruppe ist mit der Umsetzung beauftragt, das Förderkonzept soll im Sommer präsentiert werden. Details über das Vergütungsmodell wollte Fraidl vorerst noch nicht preisgeben. Den Photovoltaik-Pionieren in Tirol winkt zumindest ein 1:1-Stromaustauschvertrag. Das bedeutet, dass dieselbe Menge, die ins Tiwag-Netz eingespeist wird, bei Bedarf wieder entnommen werden kann. Damit wird eine Photovoltaikanlage, die zwischen 6000 und 10.000 Euro kostet, für viele Privathaushalte überhaupt finanzierbar.

 

   Die Tiwag beugte sich nicht nur dem Druck der grünen Opposition, die seit Jahren für die Photovoltaik-Technologie kämpft. Auch die Landesregierung hatte über die Zukunftsstiftung die Technologie gepriesen und Initiativen gesponsert. Angesichts fehlender Einspeisung ins öffentliche Stromnetz und kleiner Fördertöpfe kam der Photovoltaikzug aber nicht ins Rollen.

 

   Auch die Grünen begrüßen den Tiwag-Vorstoß. "Bislang herrschte in Tirol Sonnenfinsternis", sagte Energiesprechin Maria Scheiber, "dabei haben wir 15.000 Mal mehr Sonne zur Verfügung, als die Weltbevölkerung braucht." Der Ausbau der Photovoltaik werde laut Angelika Hörmann, Landessprecherin der Grünen Wirtschaft, in Tirol mehr als 800 Jobsschaffen.

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