Hans-Josef Fell ist einer der Erfinder des Ökostromgesetzes der rot-grünen Bundesregierung ab 1998, das unter anderem dazu geführt hat, dass es in Deutschland heute mehr 'Green Jobs', als Arbeitsplätze in der traditionellen Auto-Industrie gibt.

Der Atom-Ausstieg müsse aus Sicherheits-Gründen so schnell wie möglich von statten gehen, betonte Hans-Josef Fell - allerdings sei dieses Thema in der weltweiten Energiefrage ein Nebenschauplatz. Denn nur 2% des weltweit verwendeten Stroms kommt aus Atomkraftwerken. "Die Frage, die über die sichere Zukunft auf diesem Planeten entscheidet, ist jene nach dem Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle. Aus ihnen gewinnen wir heute weltweit fast 90% der Energie."
Diese Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern ist aber eine dreifache Falle, wie der Bundessprecher der GRÜNEN Wirtschaft, Volker Plass in seinem Referat vor etwa 60 interessierten ZuhörerInnen ausführte. Denn sowohl bei Öl, Gas und Kohle sei der Höhepunkt der Förderung bereits überschritten. "Wir brauchen immer mehr Energie, es ist aber schlicht nicht mehr genug Öl, Gas und Kohle da. Wenn wir die entstehende Lücke nicht mit den Erneuerbaren füllen können, werden die Preise für Energie in die Höhe schießen und in Folge die Preise für Lebensmittel, Mobilität und alles, worauf die moderne Gesellschaft angewiesen ist." Und in dieser Kalkulation sei der CO2-Ausstoß und die daraus resultierende Klimakatastrophe genau so wenig berücksichtigt, wie dass an den Schalthebeln der fossilen Energien Diktatoren sitzen, von denen sich die westliche Welt abhängig mache.
Das Potenzial der erneuerbaren Energien beziffert der deutsche Energieexperte mit 100%: "Wir wissen aus sämtlichen verfügbaren Studien, dass wir in Deutschland bis 2030 komplett aus den fossilen Energien und aus der Atomkraft aussteigen können. Wir wissen aber auch, dass es dafür den politischen Willen braucht - und den bringen nur wir GRÜNE mit." Die deutsche Bundesregierung hatte 1998 das ambitionierte Ziel ausgegeben, bis 2010 12% der Energie aus den Erneuerbaren zu gewinnen - trotz Regierungswechsel zu CDU und FDP steht die Branche heute bereits bei 17%. Das beweise, dass die Erneuerbaren so rentabel sind, dass auch eine Veränderung der politischen Rahmenbedingungen nicht sofort zu Rückgängen bei Solar-, Wind- und Photovoltaik-Energie führen. "Aber wenn wir den Ausstieg in Europa durchziehen wollen und den Wohlstand sichern, müssen wir damit anfangen, bevor die Produktion von Öl, Kohle und Gas einbricht", so der eindringliche Appell von Hans-Josef Fell.