Freitag 30. Juli 2010

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Grüne Wirtschaft/Grüner Gemeinderatsklub | 22.02.2010

Wenn Mutterschaft für Selbstständige zur Armutsfalle wird

Grazer Grüne fordern in Dringlichem Antrag massive Verbesserung der Wochengeld-Regelung für Unternehmerinnen

Unternehmerinnen, die Kinder bekommen, haben in der Regel nur zwei Alternativen: entweder sie arbeiten bis kurz vor der Geburt und gleich nachher wieder oder sie bringen sich und ihr Unternehmen in existenzielle Schwierigkeiten. Um die „Armutsfalle Geburt" in Zukunft zu verringern, bringen die Grazer Grünen in der kommenden Gemeinderatssitzung einen Dringlichen Antrag an den Bundesgesetzgeber ein.

Massive Verbesserung des Wochengeldbezugs für Unternehmerinnen gefordert!

Im Dringlichen Antrag der Grazer Grünen wird der Gesetzgeber ersucht, eine Gesetzesänderung im Bereich Wochengeld für Unternehmerinnen im Sinne der nachfolgenden Punkte zu veranlassen:


  • Das Wochengeld muss für Unternehmerinnen - wie das Wochengeld von ArbeitnehmerInnen - 100% des letzten Einkommens, zumindest jedoch 1.000 Euro monatlich betragen
  • Die Verpflichtung zur Einstellung einer betriebsfremden Arbeitskraft für vier Monate ist ersatzlos zu streichen
  • Die Auszahlung des Wochengeldes hat unabhängig von der Einstellung einer Vertretung zu erfolgen


Derzeitige Wochengeld-Regelung für Unternehmerinnen:

  • rund 770 Euro Wochengeld pro Monat
  • die Sozialversicherungsbeiträge fallen weiter an
  • das Wochengeld ist an die Einstellung einer betriebsfremden Arbeitskraft geknüpft
  • Alternativ zur Auszahlung des Wochengeldes stellt die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft entsprechend geschulte Betriebshelfer/innen bereit, deren Tätigkeit auf die Verrichtung unaufschiebbarer Arbeitsleistungen im Betrieb beschränkt ist.


„770 € Wochengeld sind einfach zuwenig zum Überleben. Ohne Partner sind existentielle Schwierigkeiten für die jungen Mütter vorprogrammiert. Darüber hinaus sind die meisten Ein-Personen-Unternehmerinnen so speziell qualifiziert, dass andere ihre Arbeit gar nicht übernehmen können, die Einstellung einer betriebfremden Arbeitskraft bringt daher rein gar nichts", so GRin Mag.a Andrea Pavlovec-Meixner, Wirtschaftssprecherin der Grazer Grünen.


Frauen als Unternehmerinnen


31 % aller heimischen Selbstständigen sind Frauen, das ergibt rund 130.000 selbstständig erwerbstätige Frauen in Österreich. 40 % (in der Steiermark 33,6%) aller neuen Unternehmen wurden im Jahr 2008 von Frauen - vorwiegend im Dienstleistungssektor - gegründet. Die höchsten Frauenanteile gibt es im Bereich Friseurinnen (90%), Fußpflegerinnen, Kosmetikerinnen und Masseurinnen (85%), Druck und Direktvertrieb (74%). Hinsichtlich der Unternehmensgröße treten Frauen vorwiegend als Ein-Personen-Unternehmerinnen auf oder leiten Kleinstbetriebe mit wenigen MitarbeiterInnen.


Rückfragehinweis: Mag.a Andrea Pavlovec-Meixner, 0664 264 20 35.





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