Samstag 11. Februar 2012
Radiointerview

Klimaschutz

Grüner Antrag auf energieautarkes Salzburg vom Wirtschaftsparlament angenommen aber nicht umgesetzt

 

Interview mit Antenne Salzburg:

Gabi Paumgartner 01

Gabi Paumgartner 02


 

"Jetzt reicht's! Seit Jahren versucht die GRÜNE WIRTSCHAFT, Salzburgs offizielle Stellen für ein echtes Klimaschutzpaket zu gewinnen, seit Jahren werden wir mit Ausreden, Beschönigungen und leeren Phrasen abgespeist und hingehalten, und jetzt will uns ein Landesrat Walter Blachfellner weismachen, dass er ein umfassendes Klimaschutzpaket schnüren wird! Mit Verlaub: Wer soll das glauben, Herr Blachfellner?" – So reagiert Gabi Paumgartner, die Sprecherin der GRÜNEN WIRTSCHAFT Salzburg, auf die Ankündigung von Umweltlandesrat Walter Blachfellner nach einem umfassenden Klimaschutzpaket.

Wie bekannt, ist es der GRÜNEN WIRTSCHAFT vor zwei Jahren gelungen, im Wirtschaftsparlament eine Mehrheit für ein "energieautarkes Salzburg" zu gewinnen. Mit der Absegnung des entsprechenden Grünen Antrages hat sich das Engagement der übrigen Parteien allerdings dann auch schon erschöpft. In der Folge organisierte die Wirtschaftskammer zwar zahlreiche Veranstaltungen zum Thema, zu einer konkreten Umsetzung kam es allerdings nicht einmal in Ansätzen.

Dabei ging es in dem Antrag darum, Salzburg aus der fossilen Falle rauszuführen und unabhängig von Öl und Gas sowie der Atomenergie zu machen. Um diesen Umstieg auf Erneuerbare Energien anzupacken, ist die GRÜNE WIRTSCHAFT bei unzähligen öffentlichen Stellen, Regierungsmitgliedern und Institutionen in Stadt und Land Salzburg vorstellig geworden. Dabei stießen zum Teil auf schlichtes Unverständnis, etwa bei ÖVP-Energiesprecher Hans Scharfetter, der den Vertretern der Grünen Wirtschaft erklärte, Salzburg sei "topografisch nicht geeignet für Sonnenenergie". Dabei zeigt der Photovoltaik-Boom im benachbarten Bayern sogar dem energiepolitischen Laien, mit welchem Potenzial in Salzburg gerechnet werden kann!

Vor allem aber setzten die Gesprächspartner auf unverbindliches Verständnis: "Es gab freundliche Worte, ständig wurde uns versichert, dass beim Klimaschutz ohnehin alles auf dem besten Weg sei", erinnert sich Paumgartner an den typischen Verlauf der meisten Gespräche.

Tatsächlich passiert ist freilich so gut wie nichts. "Selbst der von der Wirtschaftskammer zugesicherte Energiecluster ist nur eine Frozzelei. Da sind ja wieder bloß Unternehmen angesiedelt, die sich ihre Geschäfte untereinander sichern wie zum Beispiel die Salzburg AG. Eine unabhängige Energiepolitik mit der Entwicklung von umsetzbaren Zielen ist nicht gegeben. Offensichtlich sind die politisch Zuständigen lieber bereit, viel Geld für hohe CO2-Strafzahlungen ins Ausland zu verschieben, als hier bei uns in den Umstieg auf Erneuerbare zu investieren", ärgert sich Paumgartner.

Der Klimawandel und das nahe Ende des Erdölzeitalters erfordern rasche Maßnahmen auf allen Ebenen. "Leider endet die Phantasie der SPÖ bei der Wasserkraft und die ÖVP beschwört bei jeder Einschränkungsidee des privaten fossilen Verkehrs das Ende unseres Wohlstandes, ja unserer Zivilisation herauf", so Paumgartner. "Wenn der Klimaschock für die beiden Klimaschutz-Blockiererparteien heilsam ist, dann soll es uns recht sein. Wir müssen handeln. Und zwar jetzt!"

Für Rückfragen: Gabi Paumgartner

Landessprecherin DIE GRÜNE WIRTSCHAFT Salzburg (0664 / 2155173)

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