Zugleich wird davor gewarnt, dass die von der Stadtregierung „mutwillig provozierten Staus“ nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Umwelt und somit der Gesundheit der Menschen schaden würden. Die Grüne Wirtschaft verwehrt sich dagegen, dass Umwelt und Gesundheit von der Auto- und Individualverkehrslobby instrumentalisiert werden, um das Projekt doch noch durchzuboxen.
Als einzige Fraktion in der Kammer lehnt die Grüne Wirtschaft den Bau des Kapuzinerbergtunnels entschieden ab. Der Verkehr im Bundesland Salzburg ist heute bereits für 37 % des Primärenergieverbrauchs verantwortlich. Klimawandel, Kyoto-Strafzahlungen, steigende Benzinpreise, die Lärm- und Schadstoffbelastung – für Landessprecher Josef Scheinast gibt es genug Gründe, warum es an der Zeit ist, den Individualverkehr in der Stadt endlich zurückzudrängen. „Die Frage ist nicht: Auto ja oder nein“, stellt Scheinast klar, „es geht darum, den Autoverkehr zu reduzieren und andere Formen der Mobilität attraktiver zu machen.“ Der Wirtschaftsbund scheine sich jedoch vorrangig Gedanken zu machen, wie man mit dem Auto möglichst ungehindert und billig von A nach B komme. „Die Verkehrskonzepte des Wirtschaftsbundes erschöpfen sich darin, mehr vom Gleichen fortzuschreiben. Die Antwort auf den drohenden Verkehrsstillstand ist, noch mehr Straßen zu bauen, damit noch mehr Autos noch mehr Emissionen und Staus erzeugen“, kritisiert Scheinast die Politik der Wirtschaftskammer und fordert: „Wir müssen Mobilitätsstrukturen und Mobilitätsverhalten ändern, nicht im wahrsten Sinne des Wortes einbetonieren!“
Die Millionen, die in den Bau des Tunnels fließen würden, fehlen für den dringenden Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und anderer Formen der Mobilität. Innovative Verkehrsprojekte wie die regionale Stadtbahn in Karlsruhe oder die „Radstadt Münster“ sollten auch für Salzburg Vorbild sein. „Dort finden sich Visionen einer lebenswerten Stadt und nicht in den kurzsichtigen Programmen des Wirtschaftsbundes“, so Scheinast. „Ökologisch ist da nicht einmal das Papier, auf dem gedruckt wird.“
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Josef Scheinast
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