Samstag 11. Februar 2012
Pressegespräch | 09.04.2009

Höchste Zeit für eine Energiewende in Salzburg!

Ein Salzburger Energieforum macht das Bundesland unabhängig von Energiekrisen und begleitet die Wende hin zu Erneuerbaren Energien. Das ehrgeizige Ziel muss heißen: energieautark bis 2025

„Es ist höchste Zeit für eine Energiewende", befindet die Grüne Wirtschaft Salzburg, die sich seit vier Jahren intensiv mit der Salzburger Energiepolitik befasst: "Wir hatten die 1. Ölkrise 1973, die Gaskrise 2008, etliche kritische Situationen zwischendurch. Nach wie vor stehen Drohungen Putins gegen die Ukraine im Raum, und für Öl werden Höchstpreise vorausgesagt. Aber unsere Politik lässt das alles kalt."

 

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"Das ist ein grob fahrlässiges Verhalten für die Zukunft von Land und Stadt im Hinblick auf Energiesicherheit und Umwelt, denn Energie ist eine der wichtigsten Lebensandern für Wirtschaft und Gesellschaft." Der Klimawandel, seine Folgen und Kosten sind für die Grüne Wirtschaft ein ebenso wichtiges Argument für eine neue Energiepolitik.

 

Tatsächlich beruht das Energieleitbild des Landes von 1997 (!) auf Daten von 1994 und ist wohl eines der ältesten in Österreich. Das Thema Energie wird im Land von unterschiedlichsten Ressorts behandelt, aber von keinem mit klarem Konzept und fundiertem Programm, wie die Grüne Wirtschaft meint.

 

Andere Bundesländer wie Oberösterreich, Steiermark und Vorarlberg hätten Energieinstitute, das Burgenland sei dank Windenergie stromautark, Güssing nicht mehr die einzige, wohl die vorbildlichste energieautarke Gemeinde in Österreich. In Salzburg und Tirol stehe kein einziges Windrad, die Förderungen für alternative Energie seien hierzulande minimal und  wenig motivierend, wie zuletzt auch der Rechnungshof feststellte. Und die Stadt Salzburg fördere 2009 Projekte für Erneuerbare Energien gerade mal mit lächerlichen € 18.000,-, aufgeteilt auf alle Anträge!

 

Für die Grüne Wirtschaft ist es „allerhöchste Zeit", dass sich vor allem die Landesregierung intensiv mit dem Thema Energie auseinandersetze, da genüge es nicht, wenn Frau Landeshauptfrau Burgstaller mal im Wahlkampf das Wort  „energieautark" in den Mund nehme. Die Grüne Wirtschaft, die im Wirtschaftparlament der Kammer schon 2006 ihren Antrag „Salzburg energieautark bis 2025" durchbrachte, schlägt als Lösung für alle Fragen zum Thema Energie die Gründung eines Vereins „Salzburger Energieforums" vor. Dieser habe als einziges Ziel die Erreichung eines energieautarken Bundeslandes Salzburg bis 2025.

 

Dieses Vorhaben soll erreicht werden durch eine fundierte Erfassung aller Daten über Energieverbrauch, Energiearten, Einspar- und Sanierungsmöglichkeiten, Forschungsergebnisse, Erfahrungen anderer Länder usw. Die Daten seien vorhanden, würden aber weder gesammelt noch gezielt ausgewertet. Vorgeschlagen wird eine Kooperation mit der Naturwissenschaftlichen Universität und Fachhochschule in Urstein, die im Vorteil zu anderen Bundesländern den Bereich Forschung einbringen könnten.

 

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Basierend auf einem dauernd aktualisierten Wissensstand sollten Konzepte erarbeitet werden, für die Politik, für Regionen, für Gemeinden und andere Interessierte, um die Energieautarkie bis 2025 zu erreichen. Diese Autarkie meint eine Energie ohne fossile Brennstoffe, d.h. ohne Öl und Gas, meint Energie aus Wasserkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Geothermie, Windenergie, Biomasse, Umgebungs- und Abwärme und die Möglichkeiten von Contracting.

 

Nach Datenerfassung und Konzepten sei das dritte große Ziel des „Salzburger Energieforums" die Öffentlichkeitsarbeit: Die Bevölkerung müsse mit allen Möglichkeiten der PR informiert und motiviert werden, damit man das Ziel gemeinsam erreiche.

 

Gemeinsam heißt für die Grüne Wirtschaft auch, dass zum „Salzburger Energieforum" alle relevanten Partner zur Mitarbeit aufgefordert werden; neben Politik in Land und Stadt, die Gemeinden, die Kammern von Wirtschaft, Landwirtschaft, Arbeit und Architekten, die Industrie, die Salzburg AG, forschende Unternehmungen, Initiativen usw. Ein offenes, arbeitsintensives Forum eben, nicht dieser „Energieschlafwagen, der schon viel zu lange und allmählich bedrohlich in der Politik unterwegs" sei, „zum Schaden von Stadt und Land".

 

Energieautarkie bringe viele Vorteile für Salzburg, wie das Beispiel Deutschland belege: Energiesicherheit, weniger Importe, das Geld bleibe im Land, die Wirtschaft hätte neue Umsatzmöglichkeiten, neue Arbeitsplätze würden geschaffen, mehr Forschung, die Umwelt werde geschont, was auch dem Tourismus zu gute komme, Kyoto-Strafzahlungen werden gespart und die Salzburg AG könnte ihre Gewinne endlich im Lande investieren, statt in deutsche Kohlekraftwerke und andere dortige Anlagen.

 

„Wir können es tun", meint die Grüne Wirtschaft optimistisch, „und wir können die Energieautarkie bis 2025 erreichen". Am Zuge und gefordert sei „jetzt und wirklich jetzt" eine neue engagierte Energiepolitik, die mit dem „Salzburger Energieforum" bestens und fundiert aufgestellt werden könne.

 

Ein ausführlicheres Diskussionspapier von Ferdinand Altnöder finden Sie hier.

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