Samstag 4. Februar 2012
Presseinformation | 05.02.2010

WK-Wahl 2010: WKOÖ - Systemfehler

unknownMit einer großflächigen Projektion auf das Gebäude der WKO und einer anschließenden Diskussions-veranstaltung startete die Grüne Wirtschaft OÖ am 4.2.2010 in den Wirtschaftskammerwahlkampf.

„Viele Klein- und Mittelunternehmen fühlren sich in der Wirtschaftskammer nicht vertreten. Wir wollen endlich eine schlanke, kundennahe, demokratische, überparteiliche Kammer, und keinen Selbstbedienungsladen des Wirtschaftsbundes“, so Willi Enzlberger, Sprecher der Grünen Wirtschaft Oberösterreich.

„Leidtragende einer veralteten und auf einer Zunftordnung vergangener Jahrhunderte basierenden WKO sind besonders Einzelunternehmen. Diese fühlen sich von der vom Wirtschaftsbund dominierten Kammer heute kaum mehr vertreten“, so der Grundtenor der Veranstaltung. „Das ist auch kein Wunder“, so Enzlberger: „Insgesamt 22 Sozialversicherungen, 9 Bauordnungen, 700 Kollektivverträge oder 382 Paragrafen Gewerbeordnung schaffen Parallelstrukturen, kosten zu viel Steuergelder und sind umgehend zu vereinfachen und zu vereinheitlichen“.

„Das Problem ist das gesamte Kammersystem an sich“

Die derzeitige Vertretung der Unternehmen in Fachgruppen und Sparten ist bei weitem nicht mehr zeitgemäß. „So werden einzelne Fachgruppen in einer Sparte zusammengefasst, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Viele Ein-Personen-Unternehmen haben verschiedenste Gewerbescheine, weil man diese nicht mehr in die alten Schubladen einteilen konnte. Die WKO muss sich endlich modernisieren und das heutige Wirtschaftsleben in ihren eigenen Strukturen abbilden. Die Größe der Unternehmen sind heute in vielen Fällen gravierendere Unterscheidungsmerkmale als die Branchen-zugehörigkeit. Da ist es klar, dass KleinunternehmerInnen frustriert sind“, stellt Enzlberger fest.

Die Grüne Wirtschaft OÖ strebt eine grundlegende Reform der Wirtschaftskammer an:

  1. Die Kammer ist schlank, modern und effizient: Das Modell der rein regionalen Branchenvertretungen mit aufgeblähten 10fach-Strukturen (Bund & Länder) hat weitestgehend ausgedient.
  2. Die Kammer ist kundennah und für alle Unternehmen da:  Ein dezentrales, modernes Mitgliederservie sowie eine aktive und direkte persönliche Kommunikation mit den Unternehmen soll im Vordergrund stehen.
  3. Die Kammer ist demokratisch: Eine Totalreform des Kammerwahlrechts mit Direktwahl und Aufwertung der Wirtschaftsparlamente unter weitestgehender Berücksichtigung des Verhältniswahlrechts ist unabdingbar!
  4. Die Kammer ist überparteilich: Die Wirtschaftskammer ist keine Erbpacht des ÖVP-Wirtschaftsbundes!

„Viele UnternehmerInnen denken heute nicht mehr entlang traditioneller Branchengrenzen. Sie sind zum Beispiel im Bereich der Ökowirtschaft oder Kreativwirtschaft tätig. Es ist  jetzt dringend nötig, dass auch die Kammer diese Marktstrukturen abbildet, und sich endlich am modernen Markt orientiert“, so Enzlberger abschließend.


Rückfragehinweis: Hadmar Hölzl, Presse Grüne Wirtschaft


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