Nach der Begrüßung durch den Sprecher der Grünen Wirtschaft, Ing. Willi Enzlberger, führte Energielandesrat Anschober aus, wie wichtig die Entscheidung privater und öffentlicher Investoren für die Entwicklung neuer, ressourcenschonender Energiegewinnung sei. Die Politik müsse hier aber steuern und starke Signale geben. „Oberösterreich ist mit der Entscheidung zur Energiewende bis zum Jahr 2020 einen sehr wichtigen Schritt vorausgegangen und ist innerhalb kürzester Zeit zum Energiemusterland aufgestiegen. Die derzeitige Dynamik des Ökoenergie-Clusters wird uns bei der Bewältigung der derzeitigen Krise helfen: durch einen deutlichen Technologievorsprung, großartige Firmen, die auch auf dem internationalen Markt bestehen werden und tausende neue Jobs“, so Rudi Anschober
Grüne Investitionen rentieren sich!
Max Deml, Herausgeber der Zeitschrift Ökoinvest und des Jahrbuches „Grünes Geld“, beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit nachhaltiger Veranlagung, ist ein Spezialist für die Kombination von „schnödem Mamon“ und ökologischem und sozialem Gewissen. Deml ist überzeugter Solarier: „Wenn man nicht gut schlafen kann, weil eine Aktie um 20 % fällt, dann sollte man gar nicht in Aktien investieren. In Solaraktien zu investieren, ist aber durchaus eine beruhigende Wahl.“
Max Deml widerlegt das kursierende Klischee, man müsse bei grünen Anlagen auf Gewinne verzichten. „Die früher gängige Meinung, dass mit grünen Anlagen kein Blumentopf zu verdienen sei, ist überholt. Besonders im Fonds- und Anlagenbereich sind unter anderem mit Solarenergie überdurchschnittlich hohe Gewinne zu erzielen“, so Deml.
„Mit Aktien großer Solarunternehmen konnte man in den letzten sechs Jahren im Schnitt rund 660 Prozent Rendite erzielen, mit den Aktien großer Erdölkonzerne waren es rund 60 Prozent“, betont Max Deml
Wie der Öko-Aktien-Index (nx25) zeigt, schneiden ausgewählte grüne Unternehmen im Durchschnitt einige Prozentpunkte besser ab als konventionelle Aktien (laut Weltaktienindex MSCI)
Viele Schattierungen bei grünen Fonds
Es gibt viele Schattierungen bei grünen Investments: „Die Palette reicht bei Fonds von blassgrün bis sattgrün“, sagt Max Deml. Auskunft darüber, welcher Kriterien bei welchem Fonds angewandt wurden, geben Rating-Agenturen, die Grüne Investments bewerten und die Ergebnisse veröffentlichen. Auch die Kriterienlisten der Fonds ermöglichen Interessenten eine gute Orientierung.
Die Frage nach „mündelsicheren“ grünen Investments, also 100 Prozent sicheren grünen Investments, musste Deml mit „Nein“ beantworten: Grüne Investments spielen das Spiel der Börse mit und bergen ähnliches Risiko wie andere Investments in Fonds und Aktien. Etwas mehr Sicherheit bieten Garantiezertifikat wie etwa der ÖVAG Öko/H2O Garant 06-12.
Außerbörsliche Aktien interessant für Privatanleger
Als sehr interessantes Betätigungsfeld für private Investoren mit Interesse an Nachhaltigkeit sieht Deml den Kauf von „außerbörslichen“ Aktien. Für die Unternehmen bedeutet diese Form der direkten Beteiligung eine große Hebelwirkung: 10 % private Equity bringen bis zu 50 % Fremdkapital, denn die Erhöhung des Eigenkapitals durch private Beteiligung erhöht auch die Bonität der Firmen bei den Banken. Als Beispiele für außerbörsliche AGs brachte Deml die Aktien der Bio-Art in Seeham in Salzburg und des oberösterreichischen Unternehmens Öko-Pellets AG in Reichraming.
Wir bleiben dran!
Zur Person Max Deml
Seit 1991 geschäftsführender Gesellschafter der ÖKO-INVEST-Verlags-GmbH und Chefredakteur des 14-tägig erscheinenden Börsenbriefs ÖKO-INVEST.
Er ist Autor von „Grünes Geld. Ein Jahrbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen“, das seit 1994 jährlich erscheint und er ist als Autor von hunderten Kolumnen und Beiträgen in zahlreichen Publikationen tätig.
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