Presseaussendung | 07.07.2009
Grießhammer: Daramic-Werk in Feistritz produziert ohne zertifizierte Umwelt- und Qualitätsstandards
Umstellung vom hochgiftigen Trichlorethylen auf umweltfreundliche Ersatzstoffe dringend notwendig
Nachdem der Landesprecher der Grünen, Rolf Holub, seit Monaten versucht, Licht ins Dunkel im Fall Daramic Separatorenwerk in Feistritz im Rosental zu bringen, meldet sich nun auch der Landessprecher der Grünen Wirtschaft, Albrecht Grießhammer, verwundert zu Wort.
»Das Werk verfügt laut Homepage von Daramic (daramic.com/about_daramic/quality.cfm) weder über ein Qualitätsmanagementsystem nach EN ISO 9000 noch über ein Umweltmanagementsystem nach EN ISO 14001. Beides sind aber unabdingbare Voraussetzungen, um dauerhaft als Lieferant für die Automobilindustrie auftreten zu können. Diese beiden weltweiten Standards werden von anderen Produktionsstandorten von Daramic, beispielsweise in Thailand, erfüllt. Warum nicht vom Werk in Feistritz? Werden die dort offensichtlich ohne Qualitätskontrolle produzierten Separatoren nur als Billigware auf dem Weltmarkt gebracht?« fragt Grießhammer.
Um den Produktionsstandort in Feistritz zukunftssicher zu machen ist eine Zertifizierung nach den gängigen Standards der Automobilindustrie unabdingbar. Auch jeder chinesische Zulieferer muss diese Standards erfüllen, wenn er im Geschäft bleiben will. Auch die Wirtschaftskammer Kärnten hat sich in ihrer letzten Zukunftskonferenz eindeutig für eine Positionierung Kärntens als Wirtschaftsstandort mit »besten integrativen und intelligenten Produktions- und Prozesstechnologien« (Homepage zukunftskonferenz.wuapaa.com) positioniert. »Betriebe ohne zertifiziertes Umwelt- und Qualitätsmanagement zählen da sicher nicht dazu«, meint Grießhammer.
»Es ist nicht verwunderlich, dass ein Werk ohne Umweltmanagementsystem auch nicht mit den bestmöglich technischen verfügbaren Standard produziert«, sagt Grießhammer. »Trichlorethylen ist hochgiftig und wird auch bei der Separatorenherstellung sobald technisch möglich durch andere weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden. Es wird derjenige Anbieter am Markt erfolgreich sein, der als Erster Separatoren anbieten kann, die ohne die Verwendung von Trichlorethylen hergestellt wurden. Aber offensichtlich werden die neuen Technologien nicht in Feistritz entwickelt, sondern anderswo. Dient die Produktion in Feistritz nur dazu, um Kapazitätsengpässe zu überbrücken, bis andere Werke von Daramic auf Ersatzwerkstoffe umgestellt sind? Droht somit eine baldige Schließung des Werkes, und zurück bleiben wieder einmal die schon so oft leidgeprüften Feistritzer ArbeitnehmerInnen und eine mit Tri verseuchte Umwelt?" fragt Grießhammer besorgt.
Solange diese Fragen nicht geklärt sind, besteht nach Ansicht von Grießhammer kein Grund, hier seitens der Gemeinde, des Landes oder der Umweltbehörden gegenüber der Firma Daramic nachsichtig zu sein. »Es gibt sicher genug hochqualifizierte beratende Unternehmen in Kärnten, die Daramic bei der Zertifizierung und Umstellung auf umweltfreundliche Ersatzstoffe unterstützen können. Daramic muss sie nur beauftragen. Das schafft Umsatz bei den betroffenen Unternehmen, sichert die Arbeitsplätze im Werk in Feistritz und entlastet unsere Umwelt. Was will man mehr?« schließt Grießhammer.