Freitag 10. September 2010

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2. Wirtschaftsdialog | 09.09.2009

Wie finanziere ich mein Mikrounternehmen?

Wege aus dem Bermudadreieck

"In Kärnten gibt es cirka 25.000 Unternehmen. 80% davon sind Mikrounternehmen. Sie stellen 25 % der gewerblichen Arbeitsplätze in Kärnten und sind damit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor," so leitete Albrecht Grießhammer, den 2. Wirtschaftsdialog der Grünen Wirtschaft Kärnten, am vergangenen Mittwoch in Klagenfurt ein. "Wenn es jedoch um Förderung und Finanzierung der Kärntner Wirtschaft geht, wird auf die Unternehmensgruppe der Mikrounternehmen oft nicht gedacht," bemängelte der Sprecher der Grünen Wirtschaft.

"Wir sind im Denken in den Banken immer noch im Industriezeitalter," konzedierte Fr. MSc. Elisabeth Faller, Direktorin der Volksbank Gmünd und spezialisiert auf die Kreditvergabe für Mikrounternehmen, "und bei Basel II haben wir österreichischen Banken weit über das Ziel hinausgeschossen, indem wir uns freiwillig selbstverpflichtet haben, für alle Kunden mit einem Kredit ab 10.000 Euro ein Rating anzulegen. Dieser Teil von Basel II gehört aufgehoben. Bilanzen kann man beschönigen, deshalb denn der Bankberater vor Ort die Situation viel besser einschätzen."


"Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukommt", erklärte Mag.a Carmen Seiner vom Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) und Leiterin des Förderbereichs Impulsprojekte, die mit der Einführung der Kleinstgewerberichtlinie verbundenen Pannen im Herbst 2005. Mittlerweile wurde die Richtlinie entbürokratisiert und an die Bedürfnisse von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern angepaßt. "Die Kleinstgewerberichtlinie ist eine Impulsförderung als Anerkennung der Tätigkeit von Wirtschaftsunternehmen, dafür wollen wir 20% unseres Förderbudgets zur Verfügung stellen. Die restlichen 80% sind für strategische Investitionen und Strukturentwicklung in Kärnten vorgesehen."


Gut 20 ZuhörerInnen informierten sich umfassend über Kreditvergabe, Förderungs–möglichkeiten und die neue Möglichkeit der Haftungsübernahme durch das Land Kärnten (wir berichteten). Und viele wertvolle Tipps zu Fragen wie "Was mache ich, wenn ich Kreditraten nicht bedienen kann?" bis zu "Was ist zu tun, wenn sich mein Bankberater nicht auskennt?" wurden in der lebhaft geführten Diskussion weitergegeben.


Zum Schluß haben die beiden Referentinnen den MikrounternehmerInen die folgende Empfehlung ausgesprochen: Gehen Sie nicht zu einer Großbank, sondern zu einer kleinen Bank, wo Sie eineN persönlichen BankberaterIn haben. DieseR kann ihnen nicht nur den nötigen Kredit geben, sondern als BeraterIn mit gutem Kontakt zum KWF die Bedingungen für eine entsprechende Investitionsförderung und gegebenenfalls eine Haftung klären. So haben beide, Bank und MikrounternehmerIn, etwas davon und es ist gewährleistet, daß man nicht in einem Bermudadreieck zwischen Bank, KWF und Steuerberater verlorengeht.


Nach knapp zwei Stunden schloß Grießhammer die Veranstaltung: "Rahmenbedingungen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können, ja müssen verändert werden. Denn das Wirtschaftswunder bist Du!"

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