Im Zuge der Neuregelung der Lehrbetriebsförderung hat das Wirtschaftsministerium die Förderart „Ausbildungsnachweis zur Mitte der Lehrzeit" ausgesetzt. Bei dieser Maßnahme zur Qualitätssicherung in Lehrbetrieben absolvieren Lehrlinge einen Praxistest, der ihre erlernten Fertigkeiten überprüft. Bei bestandenem Test werden 3.000 Euro ausbezahlt.
Begründet wird die Streichung der Förderung mit den vom Gesetzgeber beschlossenen Sparmaßnahmen. „Damit treiben die Verantwortlichen wahrscheinlich noch mehr junge Menschen in die Arbeitslosigkeit", meint Schaffer und fordert daher die Beibehaltung der Förderung.
Die Streichung der Mittel wurde erst im Jänner bekanntgegeben, gilt aber schon für alle Praxistests, deren Einladungen seit 29.1 versendet werden. „Unternehmen müssen langfristig planen, solche kurzfristigen Hauruck-Aktionen schaden dabei gerade den kleinen Unternehmen massiv", gibt Josef Schaffer zu Bedenken.
„Das Flickwerk zur Neuregelung der Lehrbetriebsförderung hat die Wirtschaftskammer mitverhandelt. Der ÖVP-Wirtschaftsbund feiert die Neuregelung mitsamt den Einsparungen gar als Erfolggeschichte - nachzulesen im Blog der Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank und in einer Presseaussendung ihrer niederösterreichischen Kollegin Sonja Zwazl", zeigt sich Schaffer erstaunt. „Es wundert mich nicht, wenn heimische Unternehmen die Wirtschaftskammer immer weniger als ihre Interessenvertretung wahrnehmen."
„Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, kommen einer wichtigen volkswirtschaftlichen Aufgabe nach. Dennoch sind von Jahr zu Jahr immer weniger Unternehmen dazu bereit. Diese müssen verstärkt gefördert werden, um möglichst vielen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu sichern. Die Verantwortlichen in der Regierung bewirken mit den beschlossenen Kürzungen das Gegenteil und stellen damit einmal mehr ihre wirtschaftspolitische Kurzsichtigkeit unter Beweis", sagt Josef Schaffer abschließend.