"In Zeiten der schwarz-blauen Wende haben wir von Leitl keine Kritik gehört. Stock options für Manager wurden damals von ihm angepriesen, und das Modell der Selbstständigenvorsorge, mit dem alle UnternehmerInnen gezwungen werden, zu miserablen Konditionen an den Aktienmärkten zu spekulieren, wurde von Leitl als zusätzliche soziale Absicherung verkauft. Wir bedanken uns für die Spekulationsverluste des ersten Jahres!", so Plass.
Auch das ständige Lamento Leitls bezüglich einer Bundesstaats- und Verwaltungsreform könne er nicht mehr hören, meint Plass: "Leitls ÖVP ist seit 23 Jahren in der Regierung und Leitl ist einer der mächtigsten ÖVP-Politiker. Er soll das, wovon er seit Jahren spricht, endlich mit seinen Parteigenossen umsetzen, anstatt ständig nur davon zu reden."
An Umsetzungskompetenz mangle es Leitl jedoch: "Auch in der Wirtschaftskammer ist außer einigen betriebswirtschaftlichen Pflichtübungen und ein wenig Kosmetik nichts passiert. Noch immer haben wir einen vollkommen überflüssigen Föderalismus mit sündteuren Zehnfachstrukturen und selbstverliebten Landeskammer-Präsidenten. Noch immer gibt es rund tausend überwiegend unnötige Landesinnungen, deren Strukturen die Mitglieder nicht verstehen.
Noch immer gibt es vollkommen haarsträubende Mehrfachmitgliedschaften, die von den Mitgliedern nicht akzeptiert werden. Anstatt anderen die Leviten zu lesen, soll sich Leitl endlich im eigenen Haus und in der eigenen Partei an die Arbeit machen", so Plass abschließend.