Auch die Performance der österreichischen Bundesregierung in Kopenhagen sei dank Lobbyismus durch Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung kein Ruhmesblatt gewesen: "Wir fordern Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl daher vehement auf, angesichts des Desasters von Kopenhagen umzudenken und sich in Hinkunft tatkräftig für die Ökologisierung unserer Wirtschaft einzusetzen, anstatt weiterhin nur die Interessen der Großindustrie zu vertreten und Klimaschutz zu verhindern", unterstreicht Plass.
Klimaschutz und der Umstieg auf erneuerbare Energie dürften nicht länger als Belastung verstanden werden, die möglichst gerecht verteilt werden muss, sondern als einzigartige Chance: "Wenn es uns in den kommenden Jahrzehnten gelingt, unsere Energieversorgung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen, schaffen wir Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit, Arbeitsplätze mit inländischer Wertschöpfung und lösen die Klimaschutzaufgaben nebenbei", erläutert Plass.
Die Bedingungen für umweltorientierte und innovative Betriebe müssten nun rasch verbessert werden, um Arbeitsplätze zu sichern, Energieversorgungssicherheit herzustellen, die Ökologisierung der Märkte voranzutreiben und positive Modelle für klimafreundliches Wirtschaften zu schaffen, meint Plass. Daher brauche Österreich dringend steuerliche und bürokratische Entlastungen für die vielen ökologisch arbeitenden Klein- und Mittel-Unternehmen, ein wirksames Ökostromgesetz mit ernstzunehmenden Förderungen für erneuerbare Energien und Klimaschutz-Maßnahmen im betrieblichen Bereich.
"Die ÖVP-Wirtschaftsbund-Führung der WKÖ ist in allen diesen Bereichen mehr als säumig oder blockiert sinnvolle Maßnahmen. Nach dem Scheitern von Kopenhagen kommt es jetzt mehr denn je auf jeden einzelnen Beitrag an", betont Plass abschließend.
Klima-Appell der Grünen Wirtschaft an WKÖ-Präsident Christoph Leitl: http://www.gruenewirtschaft.at/klima-appell