Samstag 11. Februar 2012
Wiener Zeitung | 15.12.2009

"Wut, aber auch Erleichterung"

Reaktionen aus der Wirtschaftskammer. Veit Sorger legt Verkaufserlös auf Eis.

Wien. (med) "Wut, aber auch Erleichterung" herrschen bei Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, über die Hypo-Rettung vor. Wütend mache ihn, dass es bei jedem anderen Unternehmen einen "krachenden Konkurs" und ein Krida-Verfahren gegeben hätte, in diesem Fall aber die Steuerzahler für die Rettung der Bank aufkämen. Andererseits sei es gelungen, "eine Weiterentwicklung unabsehbaren Ausmaßes" einzudämmen. "Der Finanzminister hatte keine andere Wahl, aber der Schmerz bleibt."

Auf lückenlose Aufklärung drängt WKO-Vizepräsident Christoph Matznetter. In Kroatien gebe es in Zusammenhang mit Hypo-Geschäften "dichte Vorwürfe der Geldwäscherei". Als "sehr teure Inszenierung des Villacher Faschings" bezeichnete Volker Plass von der Grünen Wirtschaft die Hypo-Rettung.


Einig sind sich die Fraktionen in Bezug auf die Kreditvergaberegeln von Basel II: Die Kammer hat mit Finanzmarktaufsicht, Notenbank und Finanzministerium eine Auslegung der Vorschriften erarbeitet, die Kleinbetrieben die Kreditfinanzierung erleichtern soll. So werden Banken bei der Bonitätsbewertung ab 2010 den gesamte Konjunkturzyklus betrachten, nicht nur das Krisenjahr 2009.


Sorger begrüßt Prüfung


Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, legt unterdessen den Ertrag aus seinen Hypo-Kärnten-Anteilen auf ein Treuhandkonto, bis die gerichtlichen Untersuchungen rund um den Verkauf an die BayernLB abgeschlossen sind.

Sorger, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der staatlichen "Banken-ÖIAG" Fimbag, war in die Kritik geraten, weil er den Investoren rund um Tilo Berlin angehört hatte, die 2006 in die Hypo Alpe Adria eingestiegen waren und ihren Anteil kurz darauf mit hohem Aufschlag weiterverkauft hatten. Sein Gesamtanteil an der Hypo Alpe Adria habe nur 0,06 Prozent betragen, teilte Sorger nun per Aussendung mit.

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