Samstag 11. Februar 2012
Gewerbeordnung | 21.10.2009

Grüne Wirtschaft will Hälfte der Gewerbe freigeben

Meisterprüfung hinterfragen

Wien (APA) - Die Grüne Wirtschaft fordert eine Entrümpelung der Gewerbeordnung und will Zugangsbeschränkungen zu den reglementierten Gewerben deutlich reduzieren. Denn in den meisten Bereichen könne der Markt bzw. der Kunde selbst entscheiden, wer zu einer Leistung befähigt sei.

Die Gewerbeordnung sei heute weitestgehend eine unnötige Zugangsbarriere, mit der alteingesessene Betriebe vor neuer Konkurrenz geschützt werden sollen, so die Grünen am Dienstag in einer Aussendung.


Von den derzeit 80 reglementierten Gewerben könnten nach Meinung der Grünen Wirtschaft rund die Hälfte gänzlich und einige weitere weitestgehend freigegeben werden. So sollten beispielsweise handwerkliche Tätigkeiten, die im Privatbereich auch von Heimwerkern durchgeführt werden, gänzlich freigegeben werden, etwa für Maler, Fliesenleger, Bodenleger, Tischler oder Gärtner. Auch "Kulturtechniken" wie Bäcker, Schneider, Kürschner oder Schuhmacher sollten nicht reglementiert werden.


Zudem sollten Gewerbe, die in den meisten anderen europäischen Ländern frei zugänglich sind, in Österreich liberalisiert werden (Gastronomie, Reisebüros, Goldschmiede, Fotografen), fordert die Grüne Wirtschaft im Vorfeld der morgigen Feierlichkeiten zu 150 Jahre Gewerbeordnung in Österreich. Auch hoch spezialisierte Gewerbe wie Glasbläser, Orgelbauer, Uhrmacher oder Buchbinder müssten schon alleine deswegen nicht geregelt werden, weil ohne eine einschlägige Spezialausbildung derartige Leistungen kaum erbracht werden können, hieß es in der Aussendung.


Lediglich jene Gewerbe bzw. Tätigkeiten, deren Ausübung das Leben und die körperliche oder seelische Gesundheit von Menschen gefährden, Umweltschäden in erheblichem Ausmaß nach sich ziehen sowie das Vermögen von Kunden vernichten können, sollten weiterhin reglementiert bleiben (z. B. Gas- und Sanitärtechnik, Sprengungsunternehmen, Augenoptiker, Kraftfahrzeugtechniker, Vermögensberatung).


Hinterfragt werden sollte laut Grüner Wirtschaft auch die Meisterprüfung und das bereits existierende "Meistergütesiegel" sollte stärker verankert werden.


Pressepapier



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