Freitag 10. Februar 2012
Erdöl-Krise | 12.06.2008

Grüne Wirtschaft fordert Masterplan für Ausstieg aus Erdölfalle

Untätigkeit Christoph Leitls gefährdet den Wirtschaftsstandort Österreich
»Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl muss endlich aus seinem energiepolitischen Tiefschlaf aufwachen«, warnt Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft. »Mit seiner zögerlichen und defensiven Haltung trägt er dazu bei, dass die heimische Wirtschaft der bevorstehenden globalen Energiekrise wehrlos ausgeliefert ist.«

»Die rasche und weitgehende Unabhängigkeit von Erdöl und anderen fossilen Rohstoffen sowie das Umrüsten auf erneuerbare Energien sind längst keine Ideologiefragen mehr, sondern eine wirtschaftspolitische Überlebensfrage«, meint Plass. So hat die Oesterreichische Nationalbank ihre Prognosen für die Jahre 2008/2009 zu Wochenbeginn weiter nach unten revidiert – Schuld sind neben der Finanzmarktkrise vor allem die explodierenden Rohölpreise.

 

Österreichs Wirtschaft ist von diesen Entwicklungen massiv betroffen. Allein im ersten Quartal 2008 sind laut Berechnungen der Statistik Austria die Kosten für Erdölimporte im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gestiegen – von rund 1,6 auf 2 Milliarden Euro.

 

Weltweit nimmt die Preisentwicklung für Rohöl inzwischen beängstigende Ausmaße an. Alleine innerhalb des letzten Jahres ist der Ölpreis um mehr als 100 Prozent gestiegen. »Die OPEC, zu deren wesentlichen Aufgaben die Stabilisierung der Erdölmärkte zählt, ist offensichtlich nicht mehr in der Lage diese rasanten Preissteigerungen zu beeinflussen«, meint Plass. Zudem warnte kürzlich die Internationale Energieagentur in Paris vor massiven Einbrüchen in der Erdölproduktion und vor weltweiten Lieferengpässen.

 

Die Grüne Wirtschaft fordert vor diesem Hintergrund die Wirtschaftskammer auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und den Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte voranzutreiben.

 

Konkret soll ein nationaler Masterplan für die nächsten beiden Jahrzehnte den weitestgehenden Ausstieg aus der heimischen Rohstoffabhängigkeit sicherstellen und Österreichs Wirtschaft aus der immer enger werdenden »Erdölschlinge« befreien. Dabei müssen in erster Linie massive Effizienzsteigerungen und weitreichende Investitionen in die Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen vorangetrieben werden.

 

»Nur so kann die wirtschaftliche Unabhängigkeit und der Wohlstand in unserem Land langfristig gesichert werden«, so Volker Plass.

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