Der Städtetourismus lebt von Vielfalt und Offenheit. "Wird sich aber ein Gast in Wien wohlfühlen, wenn er in die Stadt kommt und ihm durch den Slogan "zuviel Fremdes tut niemand gut" mitgeteilt wird, dass Fremde hier eigentlich nicht willkommen sind?", fragt sich Arsenovic, der auch Mitglied in der Wiener Tourismuskommission ist.
"Hier hat es die FPÖ leider wieder einmal geschafft, einen an sich unverdächtigen und traditionsreichen Ausdruck wie "Wiener Blut" in einen rassistischen Kontext zu setzen und ihn damit ihn Misskredit zu bringen."
Jährlich verzeichnet Wien rund 10 Millionen Nächtigung mit einem Umsatz von 500 Millionen Euro. Die gesamt erzielte Wertschöpfung durch den Tourismus beträgt rund vier Milliarden Euro. Im Kongress-Tourismus ist Wien sogar weltweit die Nummer eins.
"Auch hier werden die Veranstalter von internationalen Kongressen vielleicht irgendwann die Konsequenzen ziehen, wenn die Stadt regelmäßig mit fremdfeindlichen Plakaten zugepflastert wird", sagt Arsenovic.
Und schließlich kommen aus dem arabischen Raum jährlich zahlreiche, zahlungskräftige Touristen. "Auch sie könnten irgendwann auf die islamfeindlichen Töne der FPÖ reagieren."
„Die offene Fremdenfeindlichkeit der FPÖ und das ständige Nachgeben der beiden Großparteien in diese Richtung können für den Wiener Tourismus und den Arbeitsplätzen in der Branche noch ernste Konsequenzen haben", warnt Hans Arsenovic.