Freitag 10. Februar 2012
Banken | 23.09.2009

WKO-Präsident Leitl schweigt zu hohen Bankgebühren – seine Unternehmer zahlen

Überhöhte Bankgebühren treffen vor allem auch heimische KMUs

„99 Prozent aller österreichischen Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe, auch sie werden von den Banken mit überhöhten Gebühren zur Kasse gebeten", sagt Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft. „Die Wirtschaftskammer tritt aber derzeit wieder einmal ausschließlich als Verteidiger der Bankenwirtschaft auf."

Die EU hat gestern Dienstag die heimischen Bankgebühren als zu hoch und zu intransparent gerügt. Die Kommission kritisiert Österreich als eines der teuersten EU-Länder in Sachen Bankgebühren. Hinter Italien, Frankreich und Spanien hat Österreich die vierthöchsten Kosten für Girokonten, was laut EU-Studie vor allem an den überdurchschnittlich hohen Grundgebühren liegt.


Sparten-Chef Herbert Pichler aber weist die Kritik aus Brüssel zurück und WKO-Präsident Christoph Leitl schweigt dazu. Die überhöhten Gebühren bei Girokonten betreffen aber nicht nur Konsumenten, auch KMUs zahlen zu hohe Gebühren. Die rund 320.000 heimischen Mikrobetriebe mit bis zu neun MitarbeiterInnen fallen bei Banken ohnehin meist in den Privatkundenbereich.


Banken raus aus der Wirtschaftskammer
„Anstatt die Kritik ernst zu nehmen und zu handeln zweifeln die Bankenvertreter in der Wirtschaftskammer das Datenmaterial in Brüssel an", kritisiert Volker Plass.


Der Bundessprecher der Grünen Wirtschaft ortet hier fehlendes Problembewusstsein.
Immerhin wurde zu Beginn der Finanzkrise den Banken massiv mit Steuergeld unter die Arme gegriffen. Mittlerweile machen die Geldinstitute teilweise wieder Gewinne, die Kreditklemme aber bleibt weiter aufrecht und die Gebühren sind viel zu hoch.


Als Konsequenz fordert Plass die Ausgliederung der Bankenwirtschaft aus der Wirtschaftskammer: „Die starke Banken-Lobby muss endlich raus aus der Kammer, damit sich unsere Interessenvertreter, von Präsident Leitl abwärts, ungehindert für die Interessen der UnternehmerInnen einsetzen können."



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