Freitag 10. September 2010

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Gewerbeordnung | 15.07.2010

Fotografen-Gewerbe endlich ganz freigeben!

Die Gewerbeordnung sieht momentan zwei Arten von Fotografen vor: Berufsfotografen und Pressefotografen. Während jedermann Pressefotograf werden kann, ist das Gewerbe der Berufsfotografen an einen Befähigungsnachweis (Meisterprüfung) gebunden.


Nun beginnen die Landesinnungen - allen voran die Wiener - ein Bundesgesetz umzusetzen, das den Zugang zum Gewerbe des Berufsfotografen erleichtern soll. „Dabei wird aber nicht die Chance genützt, das Gewerbe endlich für jedermann freizugeben, sondern es werden neue Barrieren und Prüfungsstrukturen aufgebaut. Der ambitionierte Fotograf muss sich ein Gutachten ausstellen lassen, dass ihm bescheinigt, gut genug zu fotografieren", erklärt Wolfgang Kühteubl von der Grünen Wirtschaft Burgenland, selbst Berufsfotograf.

"Aus meiner eigenen Erfahrung in der Branche weiß ich, dass die Meisterprüfung alleine noch lange kein Qualitätskriterium für die Arbeit eines Fotografen darstellt", so Kühteubl. "Ich empfehle jedem potentiellen Kunden, sich vor Auftragserteilung unbedingt das Portfolio eines Fotografen anzusehen."


Zukünftig solle eine Gewerbeberechtigung in einzelnen Teilbereichen der Fotografie (Portraits, Modefotos, Werbefotos, Luftbilder, Architekturfotografie und Reportagen) auch ohne Meisterprüfung möglich sein. Allerdings nur unter Beibringung von Beweismitteln, die die für die jeweilige Geschäftsausübung notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen durch Gutachten nachweisen.


Die Grüne Wirtschaft Burgenland sieht darin eine unnötige Verkomplizierung und Bürokratisierung des Fotografengewerbes.


„Es ist den Konsumenten durchaus zuzutrauen, dass sie zwischen guten und schlechten Fotografen unterscheiden können." bringt es Wolfgang Kühteubl auf den Punkt. „Mit Gutachten, an denen vor allem die Akteure in der Wirtschaftskammer verdienen werden, tut man weder den Fotografen etwas Gutes, noch nützt dies den Kunden. Letztlich macht dies alles den Zugang zum Gewerbe teurer und damit wird dem Pfusch erst recht Tür und Tor geöffnet", so Kühteubl, der auch in der Wirtschaftskammer für eine totale Gewerbeöffnung eintritt.

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http://www.gruenewirtschaft.at/